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Arnold Frank
Arnold Frank wurde am 31. August 1901 in Duisburg geboren. Seine Eltern waren Gertrud Frank, geb. Schmitz und Adolf Frank, wohnhaft in Borken/Westfalen. Sein Vater war langjähriger Stadtbeamter in Duisburg.
Der ledige, kath. Hoteldiener/Schlosser hielt sich seit Ende der 20er Jahre in Bayern auf, zuerst in Passau, dann in Regensburg. Nachdem Arnold Frank immer zur Untermiete wohnte, ist sein genaues Zuzugsdatum in Regensburg unklar.
Es gibt eine Aussage des Vaters, nachdem der Sohn dorthin ziehen solle, wo er schon früher (ab 1928) gewohnt habe. Er hatte als junger Mann ein sehr bewegtes Leben und war mehrmals mit dem Gesetz in Berührung gekommen. Der Vater wollte nicht, dass der Sohn mit seinem unsteten Vorleben wieder nach Hause kommt und so möglicherweise seinen Ruf in Duisburg beschädigen würde.
Arnold Frank wohnte in Regensburg zuerst an verschiedenen Adressen und dann ab dem 8. März 1938 bei Maria Schauer in der Keplerstraße 2. Frau Schauer betreibt hier ein Kolonialwarengeschäft. Am 4. Mai 1938 wird Arnold Frank von der Polizei verhaftet. Als Haftgrund wird „Gewerbeübertretung“ und auch wiederholter „Betrug“ aufgeführt.
Trotz flehentlicher Bitte in einem Brief an den Oberstaatsanwalt, den er am 13. Mai in der Untersuchungshaft schreibt, kommt er bis zu seiner Verhandlung am 3. November 1938 nicht frei. Arnold Frank bittet um Freilassung bis zu seiner Verhandlung und fleht: „Ich kann nicht glauben, dass es Wille des hohen Gerichts ist, ein Menschenleben gänzlich zu vernichten, sondern durch Hilfe der Behörde mich als gestrauchelter wieder der Volksgemeinschaft durch ein äußerst intensives Arbeiten zu zuführen. Hoffend, dass der Herr Oberstaatsanwalt meine Karte erhält und auch einen öfter Gestrauchelten wieder auf die Beine hilft. Zeichnet ergebenst Arnold Frank, hier, Untersuchungshaft“
Das Flehen bleibt unerhört. Der Staatsanwalt schildert in der Anklageschrift, dass sich Frank seinen Lebensunterhalt mit Hausierhandel mit Büroartikel verdient. Sein Markt- und Messeschein wird ihm nach zwei Monaten wieder entzogen. Frank kaufte Seife und sonstige Kurzwaren in dem jüdischen Geschäft „Zur billigen Quelle“ am Neupfarrplatz, obwohl zu dieser Zeit bereits Geschäftsverbindungen mit jüdischen Geschäften schon verboten waren.
Nach der Staatsanwaltschaft hat Frank auch mehrfach Notlagen „vorgetäuscht“, um sich so finanzielle Hilfen zu „erschleichen“. So wurde er von einer Hauptschullehrerin und vom Karmeliterkloster unterstützt durch Geldübergaben bzw. Büroartikel zum Weiterverkauf.
Festgenommen wurde er schließlich, weil vermutet wurde, dass Frank unehrliche Machenschaften betreibt. Am Ende der Verhandlung wurde er zu einer Gesamtzuchthausstrafe von zwei Jahren verurteilt. Am 24. November 1938 wurde er ins Zuchthaus Straubing überstellt. Im Mai 1940 war diese Strafzeit abgelaufen. Anfang Juli wurde er wieder inhaftiert und blieb vom 8.7. bis 18.7.1940 im Regensburger Gefängnis. Direkt im Anschluss kam er am 19.7.1940 ins KZ Dachau. Er erhält die Häftlingsnummer 13911/23193.
Am 7.9.1940 wird er ins KZ Sachenhausen überstellt. Frank ist geführt in einer Transportliste des KZ Sachsenhausen nach der er am 30.9.40 in das KZ Neuengamme überführt wurde.
Am 22.1.1941 wird er von Neuengamme nach Dachau zurückgebracht. Arnold Frank gehörte offiziell in die Gruppe der P.S.V. (polizeiliche Sicherungsverwahrung).
Diese Gefangenen (diese besondere Opfer-Gruppe) wurden später auf Befehl von Himmler in die Konzentrationslager überstellt, um dort schwerste Zwangsarbeit zu leisten. Tausende von Häftlingen überlebten die KZ-Haft nicht. Sie wurden also als besondere Häftlinge eingestuft und entsprechend schlecht behandelt.
Am 8. Februar 1941 um 9.45 Uhr verstirbt Arnold Frank angeblich an „Versagen von Herz und Kreislauf“.
Bei Kick wird Arnold Frank „im Widerstand“ geführt. Er hat sich nicht an die Regel „keine Geschäftsverbindungen zu jüdischen Mitbürgern“ gehalten.
Hatte ein „bewegtes Leben“ und fiel in die Kategorie der „Vorbeugehäftlinge“.
„Die Haft schloss sich an die Entlassung aus einem Gefängnis an, obwohl die zu verbüßende Haftzeit abgeleistet worden war. Ein erster Vorbeugehafterlass gegen sog. „Berufsverbrecher“ erging schon im November 1933. Eine reichsweit einheitliche Regelung der „politischen Vorbeugehaft“ gab es ab Dezember 1937.“
„Unter dem Vorwand der Kriminalitätsbekämpfung gingen die Nationalsozialisten bereits früh scharf gegen Personen vor, die nachweislich mehrfach gegen Gesetze verstoßen hatten oder denen sie eine kriminelle Lebensweise unterstellten. Eine Rückkehr in die Gesellschaft war für diese Menschen nicht vorgesehen. Stattdessen sollten sie vorbeugend eingesperrt und auch über verbüßte Gefängnisstrafen hinaus inhaftiert werden. Die Schwere der Straftat war dabei nicht entscheidend. Oftmals reichte schon der Verdacht oder ein Gerücht aus, um inhaftiert zu werden.“ [Quelle: Arolsen Archives: Häftlingskategorien und ihre Abkürzungen]
Sollten diese Häftlinge eher vernichtet werden?
Diese NS-Opfergruppe ist erst seit 2020, also 75 Jahre nach Kriegsende, offiziell als solche anerkannt! Der Stolperstein für Arnold Frank ist der erste dieser Art in Regensburg.
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Heinrich Frank
Der Kaufmann Heinrich Frank wurde am 2. Januar 1863 in Bütthart, Bayern geboren. Er war mit Rosalie Frank verheiratet.
Rosalie Frank, geb. Halle, wurde am 15. September 1872 in Hardheim, Baden geboren. Die Eheleute hatten zwei Kinder. Das Schicksal der Kinder ist unbekannt.
Die Schwester von Heinrich Frank Johanna Frank wurde am 1. September 1866 in Bütthart geboren. Ihre Eltern hießen Salomon und Mina (geb. Frankenfelder) Frank. Johanna Frank war ledig und Verkäuferin von Beruf.
Später lebte Familie Frank in Klingenberg a.M. Am 13. Februar 1939
siedelte die Familie Frank nach Regensburg in die Weißenburgstraße 31 über.
Am 23. September 1942 wurden Heinrich, Rosalie und Johanna Frank mit dem Transport nach Theresienstadt deportiert, wo sie zu Tode kamen.
Heinrich Frank starb am 16.10.1942.
Rosalie Frank starb am 25.10.1942.
Johanna Frank starb am 5.02.1943.
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Hermann Frank
Hermann Julius Frank wurde 21. Juni 1922 in Regensburg geboren.
Seine Mutter Ida Frank kam am 17. April 1885 als Ida Heckscher in Regensburg zur Welt. Sie war die Tochter von Julius Heckscher und seiner Ehefrau Johanna, geborene Gutmann, aus Regensburg.
Sein Vater Moses Frank wurde am 24. Januar 1876 in Laudenbach/Lkr. Karlsstadt geboren. Er war Viehhändler und lebte ab 1906 in Regensburg, wo er mehrfach umzog: Von 1906 bis 1915 wohnte er Am Königshof 5, in der Fröhlichen Türkenstraße 12 sowie in der Oberen Bachgasse 18. 1915 war er wieder in seinem Geburtsort Laudenbach gemeldet, ehe er zurück nach Regensburg, in die Klarenangerstraße, zog.
Geheiratet haben Ida Heckscher und Moses Frank am 18. August 1920 in Regensburg. Rund einen Monat später, am 15. September, wurde für Moses ein Pass beantragt. Dieser sollte die Mitwirkung an einem Viehtransport von Tirol nach Bayern in der Zeit vom 15. September bis 1. November ermöglichen. Gestellt wurde der Antrag vom Landtagsabgeordneten Carl Sandorfer für den „vertrauenswürdigen Mithelfer“ Moses Frank.
Im Jahr seiner Geburt, 1922, zogen Hermann und seine Eltern in die Sternbergstraße 9, ab 1937 lebten sie in der Oberen Bachgasse 18, die Vater Moses bereits Jahre zuvor bewohnt hatte. Von dort aus wurde Familie Frank am 4. April 1942 in das Transit-Ghetto Piaski deportiert. Im Flugblatt wurde der Vermerk „nach unbekannt mit Ab. am 4.4.42, 2.4.42“ eingetragen. Wann Ida, Moses und Hermann Frank ermordet wurden, ist nicht bekannt.
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Ida Frank
Ida Frank kam am 17. April 1885 als Ida Heckscher in Regensburg zur Welt. Sie war die Tochter von Julius Heckscher und seiner Ehefrau Johanna, geborene Gutmann, aus Regensburg.
Ihr späterer Ehemann Moses Frank wurde am 24. Januar 1876 in Laudenbach/Lkr. Karlsstadt geboren. Er war Viehhändler und lebte ab 1906 in Regensburg, wo er mehrfach umzog: Von 1906 bis 1915 wohnte er Am Königshof 5, in der Fröhlichen Türkenstraße 12 sowie in der Oberen Bachgasse 18. 1915 war er wieder in seinem Geburtsort Laudenbach gemeldet, ehe er zurück nach Regensburg, in die Klarenangerstraße, zog.
Geheiratet haben Ida Heckscher und Moses Frank am 18. August 1920 in Regensburg. Rund einen Monat später, am 15. September, wurde für Moses ein Pass beantragt. Dieser sollte die Mitwirkung an einem Viehtransport von Tirol nach Bayern in der Zeit vom 15. September bis 1. November ermöglichen. Gestellt wurde der Antrag vom Landtagsabgeordneten Carl Sandorfer für den „vertrauenswürdigen Mithelfer“ Moses Frank.
Das Ehepaar Frank hatte einen Sohn, Hermann Julius, geboren am 21. Juni 1922. Die Familie lebte sodann, ab 1922, in der Sternbergstraße 9 und schließlich, ab 1937, in der Oberen Bachgasse 18, die Moses bereits Jahre zuvor bewohnt hatte. Von dort aus wurde Familie Frank am 4. April 1942 in das Transit-Ghetto Piaski deportiert. Im Flugblatt wurde der Vermerk „nach unbekannt mit Ab. am 4.4.42, 2.4.42“ eingetragen. Wann Ida, Moses und Hermann Frank ermordet wurden, ist nicht bekannt.
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Johanna Frank
Johanna Frank wurde am 1. September 1866 in Bütthart geboren. Sie war die Schwester von Heinrich Frank. Ihre Eltern hießen Salomon und Mina (geb. Frankenfelder) Frank. Johanna Frank war ledig und Verkäuferin von Beruf.
Der Kaufmann Heinrich Frank wurde am 2. Januar 1863 in Bütthart, Bayern geboren. Er war mit Rosalie Frank verheiratet.
Rosalie Frank, geb. Halle, wurde am 15. September 1872 in Hardheim, Baden geboren. Die Eheleute hatten zwei Kinder. Das Schicksal der Kinder ist unbekannt.
Später lebte Familie Frank in Klingenberg a.M. Am 13. Februar 1939
übersiedelte Familie Frank nach Regensburg in die Weißenburgstraße 31.
Am 23. September 1942 wurden Heinrich, Rosalie und Johanna Frank mit dem Transport nach Theresienstadt deportiert, wo sie zu Tode kamen.
Heinrich Frank starb am 16.10.1942.
Rosalie Frank starb am 25.10.1942.
Johanna Frank starb am 5.02.1943.
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Moses Frank
Moses Frank wurde am 24. Januar 1876 in Laudenbach/Lkr. Karlsstadt geboren. Er war Viehhändler und lebte ab 1906 in Regensburg, wo er mehrfach umzog: Von 1906 bis 1915 wohnte er Am Königshof 5, in der Fröhlichen Türkenstraße 12 sowie in der Oberen Bachgasse 18. 1915 war er wieder in seinem Geburtsort Laudenbach gemeldet, ehe er zurück nach Regensburg, in die Klarenangerstraße, zog.
Seine spätere Ehefrau Ida Heckscher kam am 17. April 1885 in Regensburg zur Welt. Sie war die Tochter von Julius Heckscher und seiner Ehefrau Johanna, geborene Gutmann, aus Regensburg. Geheiratet haben Ida und Moses am 18. August 1920 in Regensburg. Rund einen Monat später, am 15. September, wurde für Moses ein Pass beantragt. Dieser sollte die Mitwirkung an einem Viehtransport von Tirol nach Bayern in der Zeit vom 15. September bis 1. November ermöglichen. Gestellt wurde der Antrag vom Landtagsabgeordneten Carl Sandorfer für den „vertrauenswürdigen Mithelfer“ Moses Frank.
Das Ehepaar Frank hatte einen Sohn, Hermann Julius, geboren am 21. Juni 1922. Die Familie lebte sodann, ab 1922, in der Sternbergstraße 9 und schließlich, ab 1937, in der Oberen Bachgasse 18, die Moses bereits Jahre zuvor bewohnt hatte. Von dort aus wurde Familie Frank am 4. April 1942 in das Transit-Ghetto Piaski deportiert. Im Flugblatt wurde der Vermerk „nach unbekannt mit Ab. am 4.4.42, 2.4.42“ eingetragen. Wann Ida, Moses und Hermann Frank ermordet wurden, ist nicht bekannt.
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Rosalie Frank
Rosalie Frank, geb. Halle, wurde am 15. September 1872 in Hardheim, Baden geboren. Sie war mit Heinrich Frank verheiratet, der am 2. Januar 1863 in Bütthart, Bayern geboren wurde. Die Eheleute hatten zwei Kinder. Das Schicksal der Kinder ist unbekannt.
Die Schwester von Heinrich Frank Johanna Frank wurde am 1. September 1866 in Bütthart geboren. Ihre Eltern hießen Salomon und Mina (geb. Frankenfelder) Frank. Johanna Frank war ledig und Verkäuferin von Beruf.
Später lebte Familie Frank in Klingenberg a.M. Am 13. Februar 1939
übersiedelte Familie Frank nach Regensburg in die Weißenburgstraße 31.
Am 23. September 1942 wurden Heinrich, Rosalie und Johanna Frank mit dem Transport nach Theresienstadt deportiert, wo sie zu Tode kamen.
Heinrich Frank starb am 16.10.1942.
Rosalie Frank starb am 25.10.1942.
Johanna Frank starb am 5.02.1943.
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Alfred Freising
Simon und Doris Freising. In den folgenden Jahren folgten weitere sechs Kinder, vier Buben sowie zwei Mädchen: Gustav, 1888; Julius 1890; Siegfried 1891; Benno 1893; Ida 1895; Thekla 1900. Alle Kinder besuchten die jüdische Schule in Sulzbürg.
Bereits der Vater Simon Freising war als Kaufmann in Freystadt und Sulzbürg tätig, er betrieb einen Eisenwaren- und Geschirrhandel.
Im Ersten Weltkrieg standen alle Söhne im Feld. Lediglich drei kehrten zurück: Benno, der jüngste, beging im Jahr 1916 Selbstmord, sein Bruder Siegfried fiel bereits im Oktober 1914. Carl wurde ausgezeichnet mit dem Eisernen Kreuz.
September 1919 sind sie dort gemeldet. Sie bezogen eine Wohnung im zweiten Stock des Anwesens am Arnulfsplatz 4. Ein Jahr später wurde die erste Tochter geboren mit Namen Anna Ruth. 1927 folgten Tochter Doris und im Jahr 1928 Sohn Alfred.
Carl Freising betätigte sich ebenfalls als Kaufmann. Er führte eine Eisen-, Metallwaren- und Baubeschlägehandlung, anfangs in der Unteren Bachgasse, in den 1930er Jahren dann in der Oberen Bachgasse 21. Das Geschäft hatte einen guten Ruf als Fachgeschäft mit vielen treuen Stammkunden weit über die Stadtgrenzen hinaus. Das Jahresgewinn war solide und belief sich auf
ca. 10.000 RM. Zusätzlich übernahm Carl Freising in den folgenden Jahren den Reparaturservice für Sägemaschinen der Fa. Gottfried. Er beschäftigte zwei Angestellte und drei Lehrlinge.
1936 musste Ruth die Schule beenden. Sie versuchte daraufhin, ihre Eltern zu einer Ausreise zu bewegen. Doch ihr Vater war davon überzeugt, als Kriegsteilnehmer und angesehener Kaufmann keinerlei Gefahr ausgesetzt zu sein. Nichtsdestotrotz bemühte sich Ruth um ein Ausreisevisum. Im Januar/Februar 1938 gelang es ihr schließlich, über Hamburg zu entfernten Verwandten in die USA auszureisen. Von dort versuchte sie, ihre Eltern und Geschwister nachzuholen.
In der sog. Reichspogromnacht vom 9. auf 10.11.1938 wurde auch Carl Freising von SA- und SS-Männern aus dem Haus getrieben und verhaftet. Am darauf folgenden Tag wurde er dem KZ Dachau überstellt. Nach seiner Freilassung sah er sich gezwungen, sein Geschäft unter Wert an die
Fr. Gottfried zu verkaufen. Er konnte mit dem Käufer vereinbaren, als Hilfsarbeiter im Werk in Dechbetten beschäftigt zu werden, um seine Ausreise in die USA vorzubereiten.
Am 2. April 1942 wurden Carl und Irma Freising sowie ihre beiden Kinder Doris und Alfred aufgefordert, mit 30 kg Gepäck pro Person sich auf dem Gelände der ehemaligen Synagoge Am Brixener Hof einzufinden. Ihnen wurde mitgeteilt, in den Osten umgesiedelt zu werden. Am 4. April, nachdem ein Zug mit jüdischen Familien aus München eingetroffen war, begann die Reise, die nach einigen Tagen in Piaski endete. Im dortigen Shettl musste sich Familie Freising und die übrigen 100 Regensburger Juden einquartieren, in Holzhäsern, deren ursprünglichen Besitzer bereits ermordet worden waren.
Das weitere Schicksal der Familie ist unbekannt.
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Carl Freising
Carl Freising wurde am 28. September 1886 in Sulzbürg geboren. Er war der Erstgeborene von Simon und Doris Freising, in den Folgejahren bekam er sechs Geschwister: Gustav 1888, Julius 1890, Siegfried 1891, Benno 1893, Ida 1895, Thekla 1900. Alle Kinder besuchten die jüdische Schule in Sulzbürg.
Bereits der Vater Simon Freising war als Kaufmann in Freystadt und Sulzbürg tätig, er betrieb einen Eisenwaren- und Geschirrhandel. Im Ersten Weltkrieg standen alle Söhne im Feld. Lediglich drei kehrten zurück: Benno, der Jüngste, beging im Jahr 1916 Selbstmord, sein Bruder Siegfried fiel bereits im Oktober 1914. Carl wurde ausgezeichnet mit dem Eisernen Kreuz.
Am 4. September 1919 heiratete er in Nördlingen die ein Jahr jüngere Irma Kaufmann. Auch sie entstammte einer Kaufmannsfamilie. Wenige Wochen später zog das junge Paar nach Regensburg um. Ab dem 30. September 1919 waren sie hier gemeldet. Sie bezogen eine Wohnung im zweiten Stock des Anwesens am Arnulfsplatz 4. Ein Jahr später wurde die erste Tochter, Anna Ruth, geboren. 1927 folgten Tochter Doris und im Jahr 1928 Sohn Alfred.
Carl Freising betätigte sich ebenfalls als Kaufmann. Er führte eine Eisen-, Metallwaren- und Baubeschlägehandlung, anfangs in der Unteren Bachgasse, in den 1930er Jahren dann in der Oberen Bachgasse 21. Das Geschäft hatte einen guten Ruf als Fachgeschäft mit vielen treuen Stammkunden weit über die Stadtgrenzen hinaus. Der Jahresgewinn war solide und belief sich auf circa 10.000 RM. Zusätzlich übernahm Carl Freising in den folgenden Jahren den Reparaturservice für Sägemaschinen der Firma Gottfried. Er beschäftigte zwei Angestellte und drei Lehrlinge.
1936 musste Ruth die Schule beenden. Sie versuchte daraufhin, ihre Eltern zu einer Ausreise zu bewegen. Doch ihr Vater war davon überzeugt, als Kriegsteilnehmer und angesehener Kaufmann keinerlei Gefahr ausgesetzt zu sein. Nichtsdestotrotz bemühte sich Ruth um ein Ausreisevisum. Im Januar/Februar 1938 gelang es ihr schließlich, über Hamburg zu entfernten Verwandten in die USA auszureisen. Von dort versuchte sie, ihre Eltern und Geschwister nachzuholen.
In der sogenannten Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde auch Carl Freising von SA- und SS-Männern aus dem Haus getrieben und verhaftet. Am nächsten Tag wurde er dem KZ Dachau überstellt. Nach seiner Freilassung sah er sich gezwungen, sein Geschäft unter Wert an die Firma Gottfried zu verkaufen. Er konnte mit dem Käufer vereinbaren, als Hilfsarbeiter im Werk in Dechbetten beschäftigt zu werden, um seine Ausreise in die USA vorzubereiten.
Gleichzeitig zog die Familie in die Landshuter Straße 14b um, außerhalb der Altstadt, aber in die Nähe des Altersheimes in der Weißenburgstraße 31. Dort war Simon Freising, der verwitwete Vater Carls, 1940 eingezogen, nachdem er sein Wohnhaus in Sülzburg im Jahr 1939 ebenfalls verkaufen und innerhalb von 12 Monaten ausziehen musste. Er verstarb im Januar 1941 und wurde auf dem Jüdischen Friedhof an der Schillerstraße beerdigt.
Am 2. April 1942 wurden Carl und Irma Freising sowie ihre beiden Kinder Doris und Alfred aufgefordert, sich mit 30 kg Gepäck pro Person auf dem Gelände der ehemaligen Synagoge Am Brixener Hof einzufinden. Ihnen wurde mitgeteilt, in den Osten umgesiedelt zu werden. Am 4. April, nachdem ein Zug mit jüdischen Familien aus München eingetroffen war, begann die Reise, die nach einigen Tagen in Piaski endete. Im dortigen Schtetl mussten sich Familie Freising und die übrigen 100 Regensburger Juden einquartieren – in Holzhäusern, deren ursprüngliche Besitzer bereits ermordet worden waren.
Das weitere Schicksal der Familie ist unbekannt.