Berta Hammer
Berta Hammer wurde am 17. April 1878 als Berta Herl in Rzeszow, einer Stadt nahe der Karpaten im südöstlichen Polen – im 19. Jahrhundert zum Kaisertum Österreich gehörend – geboren und 1924 in Bayern eingebürgert. Sie war verheiratet mit dem Herrenkonfektionskaufmann Joachim Hammer, ab 1937 war sie verwitwet.
Ihre Tochter Sabine, geboren am 4. Juli 1903 in München, war bis 1939 verheiratet mit dem Textilkaufmann Max Hirsch, geboren am 1. Mai 1895 in Wronke (damals Deutsches Reich, heute Polen), der am 24. Dezember 1969 in Amberg starb. Die zweite, 1904 geborene Tochter Stella war mit dem Textilkaufmann Alfred Alexander verheiratet. Im Familienbogen werden zwei Totgeburten aufgeführt: 1930 und 1933.
Die drei Frauen wurden in der Nacht vom 1. auf den 2. April 1942, einem Gründonnerstag, von ihrer Wohnung in der D.-Martin-Luther-Straße 7 abgeholt und mussten sich mit weiteren 106 Männern, Frauen und Kindern mit je einem Koffer, einer Bettrolle und einem Rucksack vor der 1938 zerstörten Synagoge in der Schäffnerstraße aufstellen. Ungefähr zwei Wochen vorher war ihnen auf Merkzetteln versprochen worden, sie kämen in eine neue Wohnung im Osten, wo sie unbehelligt leben und arbeiten könnten. Ihre Regensburger Wohnung mussten sie gereinigt zurücklassen, die Schlüssel hinterlegen und ihre Lebensmittelkarten abgeben. Alle 109 jüdischen Mitbürger hatten die Fahrt mit der Reichsbahn selbst zu bezahlen. Sie wurden nach Piaski, einer kleinen polnischen Stadt, einem sogenannten Schtetl, in der Nähe von Lublin gebracht, wo ein Transit-Ghetto errichtet worden war. Die drei Frauen sind dort – wohl noch 1942 – im Alter von 64, 39 und 38 Jahren umgebracht worden.