Personen
Salomon Firnbacher
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Antonie Firnbacher
Antonie Firnbacher wurde 1870 in Treuchtlingen als Antonie Lang geboren. Sie wurde vermutlich 1942 aus Straubing nach Regensburg zwangsumgesiedelt und im Brixener Hof 2 untergebracht. Zusammen mit weiteren 30 Personen wurde sie am 23. September 1942 nach Theresienstadt deportiert.
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Abraham Firnbacher
Preisdiktat blieben, wie in allen diesen Fällen, ergebnislos. Aus der Synagoge wurde nach 1945 ein Wohnhaus; im Zuge des Restitutionsverfahrens nach dem Krieg musste die Gemeinde eine Entschädigung zahlen.
Abraham Firnbacher, der hier 1865 geboren wurde, entstammt einer eingesessenen Metzgers- und Viehhändlerfamilie, so dass auch er den Beruf des Viehhändlers weiterführte. Wenige Jahre nach seiner Heirat mit Sara Hellmann zog er 1901 nach Regensburg, wo er 10 Jahre später das Bürgerrecht erwarb. Das ist insofern bemerkenswert, als nur ein kleiner Teil der Bewohner der Stadt Regensburg das Bürgerrecht besaßen, um das Jahr 1900 waren das gerade einmal 6 % der Bevölkerung. Das Bürgerrecht zu erwerben war teuer, da sich viele Städte und auch Gemeinden auf diesem Wege davor absichern wollten, Sozialleistungen für verarmte Bürger aufzubringen. In der Folge waren es wohlhabende und reiche Menschen, die das Bürgerrecht besaßen und damit auch die Berechtigung, an der kommunalen Politik (z.B. Kommunalwahlen) teilzunehmen. Wenn also Abraham Firnbacher 1911 dieses Bürgerrecht erwerben konnte, so erhält man indirekt eine Auskunft über seine finanzielle Situation und den Erfolg seines Betriebes.
Auch weitere Mitglieder der Familie Firnbacher siedelten in Regensburg, wo sie im Bereich des Viehhandels tätig waren und darin offensichtlich eine wichtige Rolle spielten. Abrahams Bruder Salomon lebte in Straubing.
Der wirtschaftliche Erfolg Abraham Firnbachers zeigte sich auch in der Wohnsituation: wohnte die Familie 1910 in der Grasgasse 12, wird im Jahr 1935 die Adresse Proskestraße 5 aufgeführt. Hier fanden dann
1937 auch seine Schwägerin Klara Hellmann sowie ihr Mann Isaak Unterkunft, nachdem sie ihren bisherigen Wohnort Gochsheim verlassen hatten müssen.
Abraham Firnbachers Ehefrau Sara (geb. Hellmann aus Burghaslach) brachte drei Kinder zur Welt, starb aber bereits 1923 im Alter von 53 Jahren. Auch einer der Söhne verschied in frühen Jahren, während die beiden anderen offensichtlich rechtzeitig Deutschland verlassen konnten und dann in den USA lebten.
Wie das Leben von Abraham Firnbacher in den Jahren nach 1933 in Regensburg verlief, darüber fanden sich keine Notizen. Sicher ist, dass er wie alle Juden den Drangsalierungen des Nationalsozialismus ausgesetzt war, immer mehr an Besitz und Rechten verlor, alles dessen beraubt wurde, was zuvor seinen wirtschaftlichen Erfolg herbeigeführt hatte.
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Rosa Thekla Farntrog
Rosa Thekla Farntrog, geborene Jochsberger, ihr Mann Jakob Frantrog und ihre drei Kinder waren in Regensburg als geachtete und fromme Kaufmannsfamilie bekannt. Sie wohnten in der Rote-Hahnen-Gasse 7/II.
Rosa Thekla Jochsberger wurde am 18. Januar 1895 in Ansbach geboren und lebte mit ihrer Familie später in Regensburg. Ihre 1890 geborene Schwester Berta heiratet den Regensburger Metzgermeister Bertold Schild. Die Mutter von Rosa Thekla und Berta, Sofie Jochsberger, starb vor dem Zweiten Weltkrieg und ist auf dem jüdischen Friedhof in Regensburg begraben.
Rosa Thekla Jochsberger heiratet Jakob Farntrog, der am 11. Dezember 1884 in Fürth geboren wurde. Er war zwanzig Jahre, als der Erste Weltkrieg begann, und zählt zu den 53 Regensburger jüdischen Glaubens, die als Kriegsteilnehmer namentlich bekannt sind. Von Beruf war Jakob Farntrog Webwarenkaufmann. In der Regensburger Kultusgemeinde wird er 1921 als einer von 108 stimmberechtigten Männern geführt.
Rosa Thekla und Jakob Farntrog hatten drei Kinder. 1919 wurde Hilde als erstes Kind geboren, 1920 der Sohn Siegfried und 1923 ihre Tochter Gerda.
1938 wanderte Hilde im Alter von 19 Jahren nach Palästina aus. Im März 1939 konnten Siegfried im Alter von 18 Jahren und Gerda als Elfjährige noch zu ihrer Schwester Hilde nach Palästina reisen.
Die Deportationen beginnen in Regensburg am 2. April 1942. Gebrechliche und Kranke werden hiervon zunächst verschont, Ehetrennung will man anfangs vermeiden. Rosa Thekla Farntrog ist zu dieser Zeit schon schwer krank. Wenige Monate später nimmt man auf den Gesundheitszustand keine
Rücksicht mehr und ordnet am 15. Juli 1942 einen Sondertransport von sechs Personen an. Unter ihnen ist auch das Ehepaar Rosa Thekla und Jakob Farntrog. Die Erkrankungen lassen „Ausreisen“ nach Piaski wie im April oder danach nach Theresienstadt nicht glaubhaft erscheinen, vermutlich ließ die Partei deshalb bei dieser Gruppe „unbekannt abgemeldet“ ins Melderegister
eintragen.
Rosa Thekla und Jakob Farntrog wurden in Theresienstadt ermordet.
Ihre drei Kinder überlebten im Ausland und gründeten später Familien. Hilde heiratet den Sohn des Regensburger Rabbiners Salomon. Gerda heiratet Erich Oppenheimer und gründet mit ihm ein erfolgreiches Unternehmen: „Oppenheimer Candies“. Siegfried nannte sich in Israel später Yitchack.
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Jakob Farntrog
Jakob Farntrog, seine Frau Rosa Thekla und ihre drei Kinder waren in Regensburg als geachtete und fromme Kaufmannsfamilie bekannt. Sie wohnten in der Rote-Hahnen-Gasse 7/II.
Jakob Farntrog wurde am 11. Dezember 1884 in Fürth geboren. Er war zwanzig Jahre, als der Erste Weltkrieg begann, und zählt zu den 53 Regensburger jüdischen Glaubens, die als Kriegsteilnehmer namentlich bekannt sind. Von Beruf war Jakob Farntrog Webwarenkaufmann. In der Regensburger Kultusgemeinde wird er 1921 als einer von 108 stimmberechtigten Männern geführt.
Verheiratet war er mit Rosa Thekla, geborene Jochsberger. Sie wurde am 18. Januar 1895 in Ansbach geboren und lebte mit ihrer Familie später in Regensburg. Ihre 1890 geborene Schwester Berta heiratet den Regensburger Metzgermeister Bertold Schild. Die Mutter von Rosa Thekla und Berta, Sofie Jochsberger, starb vor dem Zweiten Weltkrieg und ist auf dem jüdischen Friedhof in Regensburg begraben.
Rosa Thekla und Jakob Farntrog hatten drei Kinder. 1919 wurde Hilde als erstes Kind geboren, 1920 der Sohn Siegfried und 1923 ihre Tochter Gerda.
1938 wanderte Hilde im Alter von 19 Jahren nach Palästina aus. Im März 1939 konnten Siegfried im Alter von 18 Jahren und Gerda als Elfjährige noch zu ihrer Schwester Hilde nach Palästina reisen.
Die Deportationen beginnen in Regensburg am 2. April 1942. Gebrechliche und Kranke werden hiervon zunächst verschont, Ehetrennung will man anfangs vermeiden. Rosa Thekla Farntrog ist zu dieser Zeit schon schwer krank. Wenige Monate später nimmt man auf den Gesundheitszustand keine Rücksicht mehr und ordnet am 15. Juli 1942 einen Sondertransport von sechs Personen an. Unter ihnen ist auch das Ehepaar Rosa Thekla und Jakob Farntrog. Die Erkrankungen lassen „Ausreisen“ nach Piaski wie im April oder danach nach Theresienstadt nicht glaubhaft erscheinen, vermutlich lässt die Partei deshalb bei dieser Gruppe „unbekannt abgemeldet“ ins Melderegister eintragen.
Rosa Thekla und Jakob Farntrog wurden in Theresienstadt ermordet.
Ihre drei Kinder überlebten im Ausland und gründeten später Familien. Hilde heiratet den Sohn des Regensburger Rabbiners Salomon. Gerda heiratet Erich Oppenheimer und gründet mit ihm ein erfolgreiches Unternehmen: „Oppenheimer Candies“. Siegfried nannte sich in Israel später Yitchack.
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Josef Engelmann
Josef Engelmann wurde am 7. Dezember 1874 in Floß, Landkreis Neustadt an der Waldnaab, geboren. Er war Viehhändler in Weiden.
Seine verwitwete Schwester Karolina Herbst ist 1923 aus Bayreuth zu ihm nach Weiden gezogen. Nach dem Novemberpogrom und den „Arisierungen“ sind die beiden zu ihrer Schwester Frieda Plaut nach Regensburg in die Wahlenstr. 24 übersiedelt.
Josef Engelmann war im November 1938 im KZ Dachau und wurde am 23. September 1942 mit einem Transport ins KZ Theresienstadt gebracht. Als sein Todesdatum ist der 24. März 1943 angegeben.
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Jenny Einstoß
Jenny Einstoß wohnte vom 15. April 1939 bis zum 2. April 1942 in der Schäffnerstraße 2 (Jüdische Gemeinde). Sie war Regensburgerin und wurde am 21. Juli 1877 als Tochter des Kaufmanns Samuel Jakob und seiner Frau Dorothea, geb. Samolewitz, geboren.
Jenny Einstoß war verheiratet mit Paul Einstoß, geb. am 25. Oktober 1871 in Kurzany (Galizien). Das Ehepaar lebte zuerst in Augsburg. Laut Einbürgerungsurkunde der Regierung von Schwaben vom 9. April 1920 wurde die Familie Einstoß als bayerische Staatsbürger eingebürgert.
Der Sohn Fritz wurde am 6. Februar 1904 in Augsburg geboren. Aus den Vermerken in seinem Meldebogen ist zu entnehmen, dass er in den Jahren 1926/27 auf Reisen war. Danach ist über sein Schicksal leider nichts mehr bekannt. Die Familie Einstoß war zeitlebens viel unterwegs.
So zog sie von Augsburg nach Hannover und von dort 1913 nach Regensburg in die Gerickestraße 1a/I. Dann wechselte sie innerhalb von Regensburg ihren Wohnsitz, ging danach auf Reisen und wohnte ab 1927 wieder in Augsburg und Kaufbeuren.
Schon mit 54 Jahren wird Jenny Einstoß Witwe. Ihr Mann Paul starb am 13. Juli 1931 in Augsburg.
Ein halbes Jahr nach dem Tod ihres Mannes zog Jenny Einstoß wieder nach Regensburg und war von da an immer unterwegs. Unterbrochen von kurzen Aufenthalten in Österreich und der Schweiz 1932 und Italien 1937 wechselte sie in Regensburg von 1932 bis 1939 18-mal ihren Wohnsitz. Es gab in Regensburg einzelne Familien, bei denen sie immer wieder für kurze Zeit unterkommen konnte. So war sie öfter an verschiedenen Orten in der Wahlenstraße, vor allem aber bei Familie Dobmeier in der Wahlenstraße 9/III (fünfmal), am Watmarkt, in der Krebsgasse, in der Tändlergasse und in der Schäffnerstraße an verschiedenen Adressen.
Ab dem 15. April 1939 wohnte sie in der Schäffnerstraße 2 in der israelitischen Kultusgemeinde.
Am 2. April 1942 wurde Jenny Einstoß im Alter von 65 zusammen mit vielen anderen Personen von hier aus nach Piaski deportiert. Der Eintrag im Melderegister lautet: „Nach unbekannt m. Ab. 2.4./4.4.42 verzogen.“
Quelle: Stadtarchiv Regensburg
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Julie Ehrlich
Julie Ehrlich wurde am 16. September 1879 in Bamberg geboren. Sie war Buchhalterin und wohnte in Regensburg in der Unteren Bachgasse 12–14.
Julie Ehrlich wurde am 2. April 1942 nach Piaski deportiert und später ermordet.
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Bella Ehrlich
Bella Ehrlich wurde am 21. Januar 1886 in Bamberg geboren. Sie war Wirtschafterin und wohnte in Regensburg in der Unteren Bachgasse 12–14.
Bella Ehrlich wurde am 2. April 1942 nach Piaski deportiert und später ermordet.