Jenny Einstoß
Jenny Einstoß wohnte vom 15. April 1939 bis zum 2. April 1942 in der Schäffnerstraße 2 (Jüdische Gemeinde). Sie war Regensburgerin und wurde am 21. Juli 1877 als Tochter des Kaufmanns Samuel Jakob und seiner Frau Dorothea, geb. Samolewitz, geboren.
Jenny Einstoß war verheiratet mit Paul Einstoß, geb. am 25. Oktober 1871 in Kurzany (Galizien). Das Ehepaar lebte zuerst in Augsburg. Laut Einbürgerungsurkunde der Regierung von Schwaben vom 9. April 1920 wurde die Familie Einstoß als bayerische Staatsbürger eingebürgert.
Der Sohn Fritz wurde am 6. Februar 1904 in Augsburg geboren. Aus den Vermerken in seinem Meldebogen ist zu entnehmen, dass er in den Jahren 1926/27 auf Reisen war. Danach ist über sein Schicksal leider nichts mehr bekannt. Die Familie Einstoß war zeitlebens viel unterwegs.
So zog sie von Augsburg nach Hannover und von dort 1913 nach Regensburg in die Gerickestraße 1a/I. Dann wechselte sie innerhalb von Regensburg ihren Wohnsitz, ging danach auf Reisen und wohnte ab 1927 wieder in Augsburg und Kaufbeuren.
Schon mit 54 Jahren wird Jenny Einstoß Witwe. Ihr Mann Paul starb am 13. Juli 1931 in Augsburg.
Ein halbes Jahr nach dem Tod ihres Mannes zog Jenny Einstoß wieder nach Regensburg und war von da an immer unterwegs. Unterbrochen von kurzen Aufenthalten in Österreich und der Schweiz 1932 und Italien 1937 wechselte sie in Regensburg von 1932 bis 1939 18-mal ihren Wohnsitz. Es gab in Regensburg einzelne Familien, bei denen sie immer wieder für kurze Zeit unterkommen konnte. So war sie öfter an verschiedenen Orten in der Wahlenstraße, vor allem aber bei Familie Dobmeier in der Wahlenstraße 9/III (fünfmal), am Watmarkt, in der Krebsgasse, in der Tändlergasse und in der Schäffnerstraße an verschiedenen Adressen.
Ab dem 15. April 1939 wohnte sie in der Schäffnerstraße 2 in der israelitischen Kultusgemeinde.
Am 2. April 1942 wurde Jenny Einstoß im Alter von 65 zusammen mit vielen anderen Personen von hier aus nach Piaski deportiert. Der Eintrag im Melderegister lautet: „Nach unbekannt m. Ab. 2.4./4.4.42 verzogen.“
Quelle: Stadtarchiv Regensburg