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Max Sondhelm

Max Sondhelm wurde am 19. Juni 1868 in Kleinlangheim/Kitzingen geboren als Sohn von Sigmund Sußmann Sondhelm (01.09.1831–15.05.1903) und Therese, geborene Handburger (1826–14.11.1898).

Er wuchs zusammen mit seinen vier älteren Schwestern Rosa, Bertha, Babette und Elise auf. Max Sondhelm war verheiratet mit Bertha, geborene Schloß, die 1870 in Klingenberg am Main zur Welt kam. Sie starb möglicherweise am 20. Dezember 1893, wenige Tage nach der Geburt des Sohnes William Julius, in Kitzingen. Im Rahmen der Recherche tauchte auch 1935 als Todesjahr auf, eine Verifizierung der Daten war leider nicht möglich.

Fest steht, dass Max Sondhelm Vater von vier Kindern war:
– William Julius (*05.12.1893 in Kitzingen) wurde nach Auschwitz deportiert.
– Hilde (*20.09.1895 in Kitzingen) war verheiratet mit Julius Baer aus Pirmasens/Rheinland-Pfalz.
– Elise (*26.08.1897 in Kitzingen) war verheiratet mit Carl Seidenberger (*07.08.1882 in Nürnberg), der nach Gurs/Frankreich und von dort nach Auschwitz deportiert wurde. Elise konnte in die USA emigrieren.
– Walter (*17.06.1901 in Kitzingen) emigrierte 1938 ebenfalls in die USA.

Familie Sondhelm stammte aus Kleinlangheim bei Kitzingen. Etwa ab 1900 zogen einige Mitglieder dieser großen Familie nach Kitzingen, wo sie im Wein- und Spirituosen- sowie im Eisenhandel tätig waren. In Kleinlangheim (damals ca. 9 000 Einwohner) wurden bereits in den 1920er Jahren jüdische Mitbürger drangsaliert und ihre Häuser angezündet. Anfang 1940 wurde der Ort als „judenfrei“ gemeldet. Viele der Kitzinger Sondhelms konnten Deutschland noch rechtzeitig verlassen.

Der Weinhandelskaufmann Max Sondhelm zog am 22. November 1939 nach Regensburg. Es ist dokumentiert, dass er, wie andere jüdische Mitbürger auch, von einem engagierten Schuhmacher und dessen Frau mit Lebensmitteln versorgt wurde und sich bei dem Ehepaar auch immer wieder aussprechen konnte. Er hatte bei ihnen einen Rückzugsort gefunden.

Am 23. September 1942 wurde Max Sondhelm von Regensburg aus nach Theresienstadt deportiert, wo er laut Koblenzer Gedenkbuch am 4. Oktober 1942 sein Leben verlor. Auf der Todesfallanzeige Theresienstadt wurde – wie bei sehr vielen anderen auch – „Darmentzündung“ als Todesursache vermerkt.

Sein ältester Sohn William Julius wohnte ebenfalls bis 1939 in Kitzingen, ehe er in der Pogromnacht inhaftiert und mit anderen Kitzinger Juden nach Dachau verschleppt wurde. Nach seiner Entlassung übersiedelte er nach Berlin, von dort aus wurde er zusammen mit seiner Frau Herta am 12. März 1943 nach Auschwitz deportiert; er gilt als verschollen.

 

Quellen:
– Stadtarchiv Kitzingen
– Stadtarchiv Regensburg
– BayStA Wü
– LBI: Seidenberger-Sondhelm Collection
– Archiv Auschwitz
– Yad Vashem

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