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Simon Oberdorfer

Simon Oberdorfer kam am 9. März 1872 in Regensburg zur Welt und wurde zu einem hochgeachteten und populären Regensburger Geschäftsmann.

1898 eröffnete er in direkter Nähe des Arnulfsplatzes eine Radsporthalle, das Velodrom, als damals größten Saalbau der Stadt. Simon Oberdorfer selbst war Fahrrad- und Autohändler, preisgekrönter Kunstradfahrer und Gründer des Wanderer-Radler-Vereins. 1929 ließ „Simmerl“ die beliebte Vergnügungsstätte zum Capitol-Kino umbauen.

Zehn Jahre später musste der Jude Simon Oberdorfer zusammen mit seinen Familienangehörigen aus seiner Heimatstadt fliehen. Sie waren Passagiere des Flüchtlingsschiffes „St. Louis“, das traurige Berühmtheit erlangen sollte. Bis 1943 lebte er mit seiner Frau Hedwig Oberdorfer (*11.12.1878), geborene Springer, und seinem Schwager Julius Springer (*06.06.1880) in Naarden bei Amsterdam. Im April desselben Jahres wurden sie vom Lager Westerbork ins Vernichtungslager Sobibor in Ostpolen deportiert und dort am 30. April 1943 ermordet.

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