Hedwig Hönigsberger
Hedwig Hönigsberger wurde am 13. Oktober 1880 als viertes von sechs Kindern von Arnold und Veronika Hönigsberger in Regensburg geboren. Ihre Eltern stammten aus Floß; ihr Vater (geb. 1843) entstammte einer Tuchmacher-Familie und erhielt im Dezember 1881 das Bürgerrecht der Stadt Regensburg. Ihre Mutter Veronika (geb. 1850) legte großen Wert auf eine gute Bildung ihrer Kinder.
Die Familie wohnte im Anwesen Malergasse 9, der Vater führte eine Wein- und Essighandlung, die nach dem Tod des Vaters im Jahr 1916 vom Sohn Justin übernommen wurde. Justin verehelichte sich 1920 mit Ernestine und gründete eine Familie.
Hedwig hingegen blieb unverheiratet und kinderlos. Sie entschied sich nach ihrer Schulzeit eine Ausbildung zur Lehrerin zu absolvieren. Zur Wahl der Gemeindevertretung im Jahre 1926 stand Hedwig Hönigsberger auf der Kandidatenliste der „Jüdisch-Liberalen-Wahlvereinigung“, mit der Berufsbezeichnung „Privatlehrerin“.
Sie wohnte auch weiterhin bei ihrer verwitweten Mutter, die 1937 verstarb. Im folgenden Jahr beantragte Hedwig Hönigsberger eine Kennkarte, anscheinend plante sie eine Emigration.
Im April 1942 wurde Frau Hedwig Hönigsberger im Rahmen der ersten Deportation jüdischer Regensburger nach Piaski verschleppt. Von dort schrieb sie am 15. April 1942 an ihre katholische Schwägerin Erna über den Tod von Frau Marie Kahn, die in den Armen ihres Sohnes Max verstorben war.
Ihr Todesdatum ist nicht überliefert, das Amtsgericht Regensburg erklärte sie für tot am 27. April 1942.