Georg Hufnagel
Georg Hufnagel wurde am 19. Juli 1913 in München geboren. Seine Eltern Georg und Emilia Hufnagel waren katholischen Glaubens. Von Freilassing zogen sie 1917 nach Steinweg, das zu dieser Zeit noch nicht eingemeindet war. Zuerst bezogen sie eine Wohnung im Haus Am Gries 74, später in der Alten Schulhausgasse 157 1/3. Dort lebte der Sohn Georg bis Juli 1926.
Im Alter von 14 Jahren wurde er in die Heil- und Pflegeanstalt Reichenbach eingewiesen, konnte diese nach einer Woche wieder verlassen. Über seinen weiteren Lebensweg liegen kaum Erkenntnisse vor. Er blieb ledig.
Georg Hufnagel wurde aus medizinischen Gründen, die der ärztlichen Schweigepflicht unterliegen, im Mai 1941 in die Heil- und Pflegeanstalt Karthaus-Prüll eingewiesen. Dort blieb er nur wenige Monate, denn die eingerichtete Gutachter-Kommission in Berlin, Tiergartenstraße 4 hatte seinen Tod beschlossen. Am 5. August 1941 wurde er in einer Gruppe von 140 Patienten einem Transport nach Hartheim bei Linz zugewiesen. In der dortigen Tötungsanstalt wurde er wenige Stunden nach der Ankunft in einer Gaskammer ermordet. Er wurde nur 28 Jahre alt.
Es war der letzte Transport im Rahmen der sog. T4-Aktion, der Regensburg verließ. Die Organisation und Durchführung der Transporte übernahm die GEKRAT, die Gemeinnützige Krankentransportgesellschaft m. b.H., eine Abteilung, die der Zentrale in Berlin unterstand und den Zweck verfolgte, mithilfe von grauen Bussen der Reichspost den Patienten und ihren Angehörigen eine Verlegung in eine andere Heil- und Pflegeanstalt zu suggerieren. Dennoch schöpften Angehörige und Kirchenvertreter beider Konfessionen Verdacht und erwirkten schließlich unter vehementen Protest die Einstellung dieser Krankenmorde, der sog. T4-Aktionen.