Jenny Einstoß
Jenny Einstoß kam am 21. Juli 1877 als Tochter des Kaufmanns Samuel Jakob und seiner Frau Dorothea, geb. Samolewitz, in Regensburg zur Welt. Sie war verheiratet mit Paul Einstoß, geboren am 25. Oktober 1871 in Kurzany (Galizien). Das Ehepaar lebte zuerst in Augsburg. Laut Einbürgerungsurkunde der Regierung von Schwaben vom 9. April 1920 wurde die Familie Einstoß als bayerische Staatsbürger eingebürgert.
Sohn Fritz wurde am 6. Februar 1904 in Augsburg geboren. Aus den Vermerken in seinem Meldebogen ist zu entnehmen, dass er in den Jahren 1926/27 auf Reisen war. Danach ist über sein Schicksal nichts mehr bekannt.
Familie Einstoß war zeitlebens viel unterwegs. So zog sie von Augsburg nach Hannover und von dort 1913 nach Regensburg in die Guerickestraße 1a/I. Dann wechselte sie innerhalb von Regensburg ihren Wohnsitz, ging anschließend auf Reisen und wohnte ab 1927 wieder in Augsburg und Kaufbeuren.
Schon mit 54 Jahren wurde Jenny Einstoß Witwe. Ihr Mann Paul starb am 13. Juli 1931 in Augsburg. Ein halbes Jahr später zog Jenny Einstoß zurück nach Regensburg, zog jedoch innerhalb der Stadt immer wieder um. Unterbrochen von kurzen Aufenthalten in Österreich und der Schweiz 1932 und Italien 1937 wechselte sie in Regensburg von 1932 bis 1939 18-mal ihren Wohnsitz. Es gab einzelne Familien, bei denen sie wiederkehrend für kurze Zeit unterkommen konnte. So war sie öfter in verschiedenen Häusern in der Wahlenstraße, vor allem aber bei Familie Dobmeier in der Wahlenstraße 9/III (fünfmal), am Watmarkt, in der Krebsgasse, in der Tändlergasse und in der Schäffnerstraße an diversen Adressen.
Ab dem 15. April 1939 wohnte sie in der Schäffnerstraße 2 in der Israelitischen Kultusgemeinde. Am 2. April 1942 wurde Jenny Einstoß im Alter von 65 zusammen mit vielen anderen Personen von hier aus nach Piaski deportiert. Der Eintrag im Melderegister lautet: „Nach unbekannt m. Ab. 2.4./4.4.42 verzogen.“
Quelle: Stadtarchiv Regensburg