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Johann Dratzl

Johann Dratzl wurde am 9. Juli 1885 in Regensburg geboren. Seine Eltern waren Eustachius und Helene Dratzl, die Familie bekannte sich zum katholischen Glauben. Von 1915 bis 1918 diente Johann Dratzl im Militär, danach war er teils auf Reisen, teils als Taglöhner, Möbeltransporteur oder Schieferdecker tätig. Zwar wechselte er ab 1910 seinen Wohnort mehrmals nach „unbekannt“ sowie zwischen Steinweg, Stadtamhof und Regensburg, als letzte Adresse ist in den Adressbüchern der Stadt Regensburg der Hunnenplatz 4 angegeben.

Mehrmals kam er mit dem Gesetz in Konflikt. Am 21. April 1937 wurde Johann Dratzl erneut verhaftet und verbüßte eine Gefängnisstrafe in Rebdorf, einem ehemaligen Kloster nahe Eichstätt, das zwischen 1923 und 1945 als Gefängnis diente. 1939 meldete er sich wieder in Regensburg an.

Am 11. Oktober 1940 kam Johann Dratzl in das KZ Dachau und erhielt die Häftlingsnummer 20480. Das offizielle Todesdatum ist im Stadtarchiv Regensburg mit „8. März 1942 in Dachau“ angegeben, laut Sterbeurkunde in den Arolsen Archives aufgrund von „Versagen von Herz und Kreislauf bei Darmkatarrh“. Das tatsächliche Datum der Ermordung von Johann Dratzl war jedoch bereits der 19. Januar 1942 in der NS-Tötungsanstalt Hartheim bei Linz durch Giftgas. Es handelte sich um den ersten Transportschub, „Invalidentransport“ oder „Häftlings-Euthanasie“ genannt, aus dem KZ Dachau nach Hartheim bei Linz.

„Herr Dratzel wurde als nicht mehr arbeitsfähig selektiert und zusammen mit 100 anderen Häftlingen am 19.01.1942 in die Tötungsanstalt Schloss Hartheim gebracht und dort kurz nach dem Eintreffen vergast und verbrannt (das ist die Aktion 14f13). Zur Verschleierung der Morde wurde in der offiziellen, vom Lagerstandesamt ausgegebenen Sterbeurkunde ein gefälschtes Datum angegeben“, so die KZ-Gedenkstätte Dachau.

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