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Johann Plodeck

Johann Plodeck kommt am 8. April 1881 in Sulzbach in der Oberpfalz zur Welt. Er ist das dritte von fünf Kindern von Mutter Katharina und Vater Johann. Als seine Mutter verstirbt, ist er sieben Jahre alt. Sein Vater heiratet erneut und im Jahre 1891 kommt seine Halbschwester Katharina zur Welt. Er wächst in einem katholischen Elternhaus in Sulzbach mit seinen Geschwistern auf.

Mit 17 Jahren und einer abgeschlossenen Lehre als Schuhmacher begibt er sich im März 1891 auf die Walz bzw. auf Wanderschaft. Sein nächster Lebensabschnitt beginnt 1901 in Regensburg, in der Portnergasse 9. Er kommt bei Anna Schwarz, vermutlich in einem gemieteten Zimmer, unter. Sie ist eine ledige Wäscherin, die Johann Plodeck bei sich aufnimmt. Nur zwei Tage später holt er sich ein Leumundszeugnis ein, um eine Anstellung damit zu finden. Die Meldekartei verzeichnet außerdem, dass er in Kontakt zu Johann Federlein steht. Da dieser ein Schuhmachermeister mit eigener Werkstatt am Fischmarkt war, ist zu vermuten, dass er dort als Schuhmachergehilfe arbeiten konnte.

Am 7. Juli 1904, als er mittlerweile drei Jahre in Regensburg gelebt hat, kommt er erstmals in die Heil- und Pflegeanstalt Karthaus-Prüll. Acht Jahre später wird er „ungebessert“ in die Heil- und Pflegeanstalt Wöllershof verlegt. Im Jahre 1920 kommt Johann Plodeck wieder nach Regensburg in die Heil- und Pflegeanstalt. Als die Nationalsozialisten 1933 die Macht erlangen, befindet er sich immer noch dort. Zu diesem Zeitpunkt befindet er sich schon fast 30 Jahre in Heil- und Pflegeanstalten.

Im Zuge der sogenannten „T4-Aktion“, der Ermordung von Menschen mit körperlichen, geistigen und seelischen Behinderungen durch die Nationalsozialisten, wird er am 19. November 1940 nach Hartheim bei Linz deportiert. Er ist zusammen mit 128 anderen Patienten aus Regensburg auf diesem Transport und wird am selben Tag ermordet.

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