Josef Bauer
Josef Bauer wurde am 5. April 1863 in Buttenwiesen geboren und arbeitete als Viehhändler. Zuletzt lebte er im jüdischen Altenheim in der Weißenburgstraße 31. Von dort aus wurde er nach Theresienstadt deportiert, wo er am 9. März 1943 starb.
Josef Bauer war das vierte von neun Kindern einer alteingesessenen jüdischen Familie in Buttenwiesen geboren. Seine Eltern waren Benedikt und Mina Bauer, geb. Kaufmann. Die Familie zog 1879 nach Binswangen, wo die Eltern bis zu ihrem Lebensende lebten. Von ihren neun Kindern starben sechs im frühen Kindesalter. Ein Bruder starb mit 80 Jahren in Binswangen; die Schwester Jette kam mit 73 Jahren in einem französischen Internierungslager in Gurs ums Leben.
Josef Bauer wurde Viehändler in Binswangen und heiratete 1891 Babette Strauß. Das Ehepaar bekam sechs Kinder, von denen drei schon als Babies starben. Sohn Ludwig zog in den 1. Weltkrieg; er ist 1918 in Worwick gefallen. Sohn Sigmund wanderte in der Nazi-Zeit mit Frau und Tochter nach Israel aus. Danach gibt es keine Spur mehr von ihnen. Die Mutter Babette hatte dies nicht mehr erlebt, denn sie war bereits 1932 in Binswangen gestorben. Der jüngste Sohn Max kam am 30. Juni 1943 in Auschwitz ums Leben. Wie und warum Josef Bauer nach Regensburg gekommen war, ist unbekannt. Im Stadtarchiv gibt es einen Eintrag „ Lebensmittelkarten bis 17.12.39 erhalten“. In seiner Todesanzeige ist nur „ohne letzten Wohnort“ vermerkt. Jedenfalls wurde er vom jüdischen Altersheim in der Weißenburgstraße aus nach Theresienstadt deportiert und starb dort am 9. März 1943.
Seiner und den anderen Bewohnern des jüdischen Altenheims wird mit einem Stolperstein bzw. mit einem Eintrag auf einer Stolperschwelle an der Adresse Weißenburgstraße 31 gedacht.
Quellen:
Stadtarchiv Regensburg Todesfallanzeige Theresienstadt Gedenkbuch Standesamt Binswangen, Standesamtsbücher Gemeindearchiv Binswangen, Einwohnerlisten
Gemeindearchiv Buttenwiesen, Sammlung Franz Xaver Neuner und Familienstandsbögen