Josef Bollwein
Josef Bollwein wurde am 29. Juni 1904 in Burgweinting geboren und lebte mit seiner Frau und drei Töchtern in der Gumprechtstraße 5. Der Bahnpost-Facharbeiter war der organisatorische Kopf der Regensburger Widerstandsgruppe Neupfarrplatz, die 1942 von der Gestapo zerschlagen wurde. Zusammen mit Johann Kellner wurde er vom Volksgerichtshof in Berlin zum Tode verurteilt und am 12. August 1943 in München-Stadelheim durch die Guillotine hingerichtet.
Josef Bollwein war eine bedeutende Schlüsselfigur der Regensburger Widerstandsgruppe. Nach deren Zerschlagung brach im Herbst 1942 eine Verhaftungswelle über die Gruppe herein. Viele ihrer Mitglieder kamen in den Folterbunker des Konzentrationslagers Flossenbürg. Im Archiv der Gedenkstätte ist ein ausführlicher Bericht des Neupfarrplatzmitgliedes August Lickleder aufbewahrt, in dem geschildert wird, wie die Mitglieder der Regensburger Neupfarrplatzgruppe gefoltert wurden. Mehrere Mitglieder kamen zu Tode, viele erhielten Gefängnisstrafen.
Das Hauptvergehen, das der Neupfarrplatzgruppe zu Last gelegt wurde, bestand darin, dass sie in regelmäßigen Zusammenkünften die von „Feindsendern“ abgehörten Nachrichten in kritischer Haltung gegenüber dem System miteinander tauschten. Von den 49 der von der Gestapo namentlich mit dieser Gruppe in Zusammenhang benannten Personen (44 Männer und fünf Frauen) verloren neun ihr Leben: Zwei der Beschuldigten, der Bahnpost-Facharbeiter Josef Bollwein und der Messerschmitt-Arbeiter Johann Kellner, wurden vom Volksgerichtshof in Berlin wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ und „Zersetzung der Wehrkraft“ zum Tode verurteilt und durch die Guillotine hingerichtet.
Der Versehrte Josef Haas und der Arbeiter Georg Zaubzer wurden – ohne Todesurteil – im Konzentrationslager Flossenbürg durch Erschießen hingerichtet.
Fünf Personen starben an den Folgen der Verhaftung und der brutalen Verhörmethoden: der Vorarbeiter Johann Eibl, der Bäckermeister Franz Herzog, der gelernte Metzger und Zuckerfabrikarbeiter Max Massinger, der Sparkassensekretär Johann Schindler und der Hafenarbeiter Georg Sonnauer.