Klara Jacob
Klara Jacob wurde am 1. April 1886 als Klara Koltonsky in Regensburg geboren. Leider wissen wir nur wenig über sie und ihre Familie. In Regensburg gab es mehrere Opfer mit Namen Jacob. Wir verlegen Steine für Julius Jacob am Haidplatz und für Max Meier Jacob in der Roten Hahnen Gasse. Auch Anna und Nathan Jacob und ihres Sohnes Werner gedenken wir am Neupfarrplatz. Ob sie mit Klara Jacob verwandt waren? Auch die Recherche nach ihrem Mädchennamen Koltonsky hat nur einen Moses Koltonsky erbracht, der 1893 mit der MS Saale als 26-Jähriger von Bremen ausgewandert ist.
Klara Jacob hat bis 1931 in der Krebsgasse 7 gewohnt und bis 1942 hier am St. Petersweg 1. Sie wird im Archiv von Anfang an als Privatière bezeichnet, vielleicht war sie verwitwet und hat von einer Witwenrente gelebt. Sie hat wie so viele unter den sich ständig erweiternden Repressalien, die den jüdischen Mitbürgern jahrelang auferlegt wurden, gelitten. Sie hat die Reichspogromnacht und die Zerstörung der Synagoge miterleben müssen und musste sich – inzwischen 56 Jahre alt – am 2. April 1942 zusammen mit 109 Männern, Frauen und Kindern vor der zerstörten Synagoge einfinden. Zwei Wochen vorher war auch sie durch ein Merkblatt informiert worden, dass sie künftig in einer neuen Heimat im Osten unbehelligt leben und arbeiten könne. Sie hatte auch Anweisungen bekommen, in welchem Zustand sie ihre Wohnung zu hinterlassen habe.
In Wirklichkeit war es eine Deportation mit der Reichsbahn über München nach Piaski in Polen, einem Stetl in der Nähe von Lublin. Die Reisekosten mussten von den „Fahrgästen“ selbst bezahlt werden. Es gibt authentische Berichte aus diesen Zügen und sicher haben auch Sie davon Bilder im Kopf. Trotzdem können wir nur erahnen, wie es den Menschen hier in Regensburg, in ganz Deutschland und in den Nachbarländern und dann in der Deportation ergangen ist.
Klara Jacob ist vermutlich in Piaski gestorben, ob an Schwäche, aus Mangel an medizinischer Versorgung oder ob umgebracht – wir wissen es nicht.
Quellen:
– Stadtarchiv Regensburg
– Gedenkbuch Bundesarchiv