Maria Glaser
Maria Glaser, geborene Bleier, kam am 7. Juli 1882 in Kbel/Pilsen zur Welt. 1913 heiratete sie den Kaufmann Julius Glaser. Zwei Tage nach der Hochzeit zogen beide nach Regensburg und wohnten fortan in der Furtmayrstraße 4a. Unmittelbar nach dem Umzug erhielt Julius Glaser einen Heimatschein der Gemeinde Mitterteich. Dies weist einerseits darauf hin, dass Julius Glaser bereits im Besitz der bayerischen bzw. der deutschen Staatsbürgerschaft war, als er heiratete, denn der Heimatschein war für viele Jahrzehnte für im Ausland lebende Deutsche der Nachweis ihrer Staatsbürgerschaft. Es kann vermutet werden, dass er Deutscher seit Geburt war, da es nicht so ohne Weiteres möglich war, die deutsche Staatsbürgerschaft zu erwerben. Andererseits verweist die Nennung von Mitterteich und der rasche Zuzug nach Regensburg darauf, dass Julius Glaser in dieser Gegend wohl schon berufliche Erfahrungen besaß.
Maria Glaser erhielt die deutsche Staatsbürgerschaft erst später, Julius Glaser beantragte 1916 einen Reisepass für seine Frau „aus Böhmen“, wie er anmerkte. Beide waren, wie die regelmäßigen Passausstellungen beweisen, viel in Böhmen, Österreich und Ungarn unterwegs, vermutlich beruflich. Julius Glaser war geschäftlich sehr erfolgreich, möglicherweise brachte er auch schon Geld mit nach Regensburg, denn bereits vier Jahre nach dem Zuzug, 1917, kaufte er das ganze Anwesen Furtmayrstraße 4a für die stattliche Summe von etwas über 36 000 RM. Nun flossen auch Mieteinnahmen. Darüber hinaus ist bekannt, dass das Ehepaar Glaser einen Sohn, Franz, hatte.
Im März 1942 wurden Maria und Julius Glaser aufgefordert, sich am 2. April mit einer bestimmten Menge Reisegepäck an einer Sammelstelle einzufinden. Von dort wurden sie mit den meisten anderen Juden aus Regensburg nach Piaski deportiert, wo sich ihre Spur verliert. Nach 1945 wird ihr Tod mit dem 4. April festgehalten, ohne dass dieser tatsächlich an diesem Datum erfolgt sein muss.