Mathilde Neuhaus
Mathilde Schwarz wurde am 13. April 1869 in Thalmässig im mittelfränkischen Landkreis Roth geboren. Ihr Vater Herrmann Schwarz war Kaufmann, ihre Mutter hieß Fanny Schwarz. Mathilde Neuhaus heiratete am 4. März 1996 in Frankfurt Isidor Neuhaus, geboren am 1. Februar 1861 in Salzburg. Sie lebten in Frankfurt, Kinder hatten sie keine. Ihr Ehemann starb am 22. Februar 1918 in Frankfurt. Als Witwe zog Mathilde Neuhaus 1920 zu Verwandten nach Regensburg. Sie wohnte zunächst in der Ludwigstraße und zog dann in die Landshuter Straße zu ihrer Schwester Henriette (Jette) Benario, die ebenfalls Witwe war. Die Ausgrenzung und Isolierung jüdischer Mitbürger wurde auch in Regensburg seit 1933 rigoros umgesetzt. Schon im März 1933 wurden 107 Regensburger in Konzentrationslager geschickt. Ärzten und Anwälten wurden die Zulassung entzogen, es folgten seit 1934 strikte Berufsverbote. Kaufleute wurden etwa 1934 gewarnt, sich auf städtischen Märkte blicken zulassen, als einige es dennoch versuchten, wurden sie überfallen und beraubt. Kaufhäuser und Geschäfte wurden in der „Reichskristallnacht“ 1938 in Regensburg geplündert. Mit der Umstellung auf die „Kriegswirtschaft“ wurden Juden ab 1. Dezember 1939 zunächst Lebensmittelsonderzuteilungen gestrichen, dann folgten Verbote für viele Lebensmittel des täglichen Lebens wie Milch, Fleisch, Geflügel, Bohnen, Reis usw. sowie für Bekleidung. Ab Juni 1940 durften jüdische Mitbürger nur in zwei Geschäften in der Dechbettnerstraße und der Von-Stausstraße während einer Stunde in der Mittagszeit einkaufen, wenn die anderen Geschäfte geschlossen hatten. Mathilde Neuhaus war zu dieser Zeit 71 Jahre alt und muss unter dem Nahrungsmittelentzug gelitten haben. Wir wissen das wegen des aufrechten Regensburger Ehepaars Bleyer. Der katholische Schuhmachermeister Johann Bleyer und seine Frau Therese wurden nämlich wegen „Judenbegünstigung“ verhaftet und verwarnt. Sie hatten am Stärzenbach israelitische Kunden mit kleinen Lebensmittelhilfen unterstützt, nämlich Mathilde Neuhaus, Lina Fromm, Max Sondhelm und Hermine Kladivko. Am 23. September 1942 wurde Mathilde Neuhaus im Alter von 73 Jahren nach Theresienstadt deportiert. Sie starb am 26. Januar 1943.