Rabbiner Dr. Falk Salomon
Benjamin Falk Felix Salomon, stammt aus Breslau, wo er am 27. Oktober 1876 zur Welt kam. Seiner Schulzeit in Breslau schloss sich ein Studium in Berlin an. Dem folgte eine Ausbildung zum Rabbiner, anfangs am Jüdischen Theologischen Seminar in Breslau, dann am Rabbiner Seminar. Danach wechselte er an die Hochschule für die Wissenschaften des Judentums. Diese Ausbildungsschritte fanden in Berlin statt. 1903 schloss er seine Promotion in Erlangen ab, wurde dann Rabbiner im pommerschen Lauenburg, bis er 1912 nach Bayreuth ging, wo er als Distriktrabbiner tätig war.
Mit seiner Frau hat er drei Söhne: Martin, Armin und Walter.
Als Mitunterzeichner der „Richtlinien zu einem Programm für das liberale Judentum“ und den darin formulierten liberalen Positionen erweckte er auch Aufmerksamkeit in der liberalen Gruppe der jüdischen Gemeinde in Regensburg. Schon nach den Wahlen zu einer neuen Gemeindevertretung im Dezember 1926, bei der die Liberalen um Rechtsanwalt Dr. Fritz Oettinger unterlagen, war Dr. Falk Salomon der Wunschkandidat dieser Gruppierung als neuer Rabbiner für Regensburg. Aber erst 1935: nach der Pensionierung des Rabbiners Dr. Magnus Weinberg gelang es Dr. Fritz Oettinger als Vorstand der Jüdischen Gemeinde Dr. Salomon als neuen Rabbiner für Regensburg zu gewinnen.
Im April 1936 zog die Familie Salomon in die Weißenburgstraße 31, wo früher einmal das Jüdische Altenheim war.
Ein wichtiger Schwerpunkt seiner Arbeit wurde für den neuen Rabbiner die Unterstützung von Menschen, die aus dem nationalsozialistischen Deutschland auswandern wollten, aber auch soziale Unterstützung von verarmten Juden. Als ein Beispiel sei die jüngste Tochter der befreundeten Familie Farntrog genannt, die sich im August 1938 nach Palästina aufmachte, wohin ihre Schwester Hilde bereits ausgewandert war. Dr. Salomon begleitete die 14-Jährige mit ihren Eltern bis München, von wo sie dann alleine nach Triest reiste, um sich dort nach Palästina einzuschiffen.
In den Jahren zwischen 1933 und September 1938 verließen insgesamt 255 Menschen jüdischen Glaubens Regensburg, die meisten von ihnen ins Ausland.
Im Sommer 1938 erfolgte die Genehmigung durch die Gestapo, das Gebäude in der Weißenburgstraße 31 wieder in ein Altenheim umzuwandeln. Rasch fand dies Zuspruch: Manche jüngeren Menschen brachten ihre alten Eltern hierher, die nicht mit ihnen auswandern wollten oder konnten. Als Beispiel sei Elisabeth Kohner genannt, für die hier bereits ein Stein liegt.
Aber nicht alle konnten auswandern, die dies wollten. Die deutschen Behörden forderten eine Vielzahl an Abgaben und Steuern, um den Auswanderungswilligen möglichst viel an Besitz abzunehmen. Dazu kamen die persönlichen Kosten für Reise und Überfahrt, Visa, Spedition usw. Und schließlich musste für das englische Mandatsgebiet Palästina eine große Summe als Sicherheit hinterlegt werden. Alle diese und weitere Voraussetzungen waren für viele Menschen nicht möglich. Die Quotenregelung in den USA versperrte vielen diesen Fluchtweg.
Die Reichspogromnacht drängte nicht nur weitere Menschen in die Emigration, sondern ließ auch die konkrete Gefahr, in die man geraten war, immer deutlicher werden. Dies galt besonders auch für Rabbiner Dr. Salomon und seine Familie aufgrund seiner Position in der Jüdischen Gemeinde. Ende 1938 scheint er sich zur Auswanderung entschlossen zu haben, realisiert wurde sie dann am 26. Juli 1939: Familie Salomon flüchtete nach London.
Doch in einer geradezu zynisch anmutenden Wendung des Schicksals starb Rabbiner Dr. Falk Salomon in London am 20. September 1940 aufgrund eines deutschen Luftangriffs. Er war zu diesem Zeitpunkt 64 Jahre alt.