Rosa Thekla Farntrog
Rosa Thekla Farntrog, geborene Jochsberger, ihr Mann Jakob Frantrog und ihre drei Kinder waren in Regensburg als geachtete und fromme Kaufmannsfamilie bekannt. Sie wohnten in der Rote-Hahnen-Gasse 7/II.
Rosa Thekla Jochsberger wurde am 18. Januar 1895 in Ansbach geboren und lebte mit ihrer Familie später in Regensburg. Ihre 1890 geborene Schwester Berta heiratet den Regensburger Metzgermeister Bertold Schild. Die Mutter von Rosa Thekla und Berta, Sofie Jochsberger, starb vor dem Zweiten Weltkrieg und ist auf dem jüdischen Friedhof in Regensburg begraben.
Rosa Thekla Jochsberger heiratet Jakob Farntrog, der am 11. Dezember 1884 in Fürth geboren wurde. Er war zwanzig Jahre, als der Erste Weltkrieg begann, und zählt zu den 53 Regensburger jüdischen Glaubens, die als Kriegsteilnehmer namentlich bekannt sind. Von Beruf war Jakob Farntrog Webwarenkaufmann. In der Regensburger Kultusgemeinde wird er 1921 als einer von 108 stimmberechtigten Männern geführt.
Rosa Thekla und Jakob Farntrog hatten drei Kinder. 1919 wurde Hilde als erstes Kind geboren, 1920 der Sohn Siegfried und 1923 ihre Tochter Gerda.
1938 wanderte Hilde im Alter von 19 Jahren nach Palästina aus. Im März 1939 konnten Siegfried im Alter von 18 Jahren und Gerda als Elfjährige noch zu ihrer Schwester Hilde nach Palästina reisen.
Die Deportationen beginnen in Regensburg am 2. April 1942. Gebrechliche und Kranke werden hiervon zunächst verschont, Ehetrennung will man anfangs vermeiden. Rosa Thekla Farntrog ist zu dieser Zeit schon schwer krank. Wenige Monate später nimmt man auf den Gesundheitszustand keine
Rücksicht mehr und ordnet am 15. Juli 1942 einen Sondertransport von sechs Personen an. Unter ihnen ist auch das Ehepaar Rosa Thekla und Jakob Farntrog. Die Erkrankungen lassen „Ausreisen“ nach Piaski wie im April oder danach nach Theresienstadt nicht glaubhaft erscheinen, vermutlich ließ die Partei deshalb bei dieser Gruppe „unbekannt abgemeldet“ ins Melderegister
eintragen.
Rosa Thekla und Jakob Farntrog wurden in Theresienstadt ermordet.
Ihre drei Kinder überlebten im Ausland und gründeten später Familien. Hilde heiratet den Sohn des Regensburger Rabbiners Salomon. Gerda heiratet Erich Oppenheimer und gründet mit ihm ein erfolgreiches Unternehmen: „Oppenheimer Candies“. Siegfried nannte sich in Israel später Yitchack.