Theresia Behr
Theresia Barbara Behr, geborene Eberlein, wurde am 23. September 1889 in Regensburg geboren. Am 6. Juni 1941 wurde sie zusammen mit weiteren 116 Bewohner/-innen der Heil- und Pflegeanstalt Karthaus-Prüll in die Tötungsanstalt Hartheim bei Linz deportiert und im Rahmen der Aktion T4 dort ermordet.
Die Eltern von Theresia Behr hießen Barbara Zimmermann und Johann Eberlein. Sie waren erst ein halbes Jahr vor der Geburt von Theresia nach Regensburg gezogen. Johann Eberlein war Schneider und beantragte einen Heimatschein und das Bürgerrecht für Regensburg, beides wurde ihm im Jahr des Zuzugs genehmigt. Die Eheschließung von Johann Eberlein mit Barbara Zimmermann erfolgte am 19. April 1892. Die Familie wohnte im Anwesen A202 in der Westnerwacht, heute Kreuzgasse. In den folgenden Jahren wuchs die Familie – fünf weitere Kinder wurden geboren: Anna, Michael, Margarete, Johann und Josef. Alle wurden katholisch getauft.
Nach Abschluss der Schule verließ Theresia das elterliche Heim und zog nach Ansbach. Sie arbeitet als Verkäuferin. 1912 heiratete sie in Gera den zwölf Jahre älteren Kaufmann Ernst Behr. Die beiden lebten in Ansbach, wo im März 1914 ihr gemeinsamer Sohn Hermann geboren wurde. Er wurde evangelisch getauft, nach dem Bekenntnis des Vaters.
1916, während des Ersten Weltkriegs, kehrte Theresia nach Regensburg zurück. 1925 wohnte sie für ein halbes Jahr in der Häfnergasse 4 in Würzburg und zog danach nach Berlin.
1932 erfolgte die neuerliche Rückkehr nach Regensburg. Sie wohnte nun wieder bei ihren Eltern, die inzwischen in einer Mietwohnung im dritten Stock in der Straubingerstr. 19 (die Straße wurde wenige Jahre danach in Adolf-Schmetzer-Straße umbenannt) lebten.
Am 1. Dezember 1933 wurde sie das erste Mal in die Heil- und Pflegeanstalt Karthaus-Prüll eingewiesen. Wenige Monate später, am 5. April 1934 wurde sie wieder entlassen. Über die Gründe der Einlieferung sowie die Krankengeschichte darf aufgrund der ärztlichen Schweigepflicht keinerlei Auskunft gegeben werden. 1935 wurde sie wiederum in die Heil- und Pflegeanstalt aufgenommen. Zwei Jahre später, 1937, starb ihre Mutter Barbara.
Einige Jahre später wurde Theresia Behr von einer Gutachterkommission in Berlin, Tiergartenstraße 4 als arbeitsunfähig eingeschätzt. Am 6. Juni 1941 wurde sie in die Tötungsanstalt Hartheim bei Linz deportiert, zusammen mit weiteren 116 Bewohner/innen der Heil- und Pflegeanstalt Karthaus-Prüll. Dies war die vierte von insgesamt fünf „Verlegungen“ aus Regensburg. Am Tag der Ankunft in Hartheim wurde Theresia Behr in der Gaskammer der Tötungsanstalt Hartheim ermordet – sie wurde 51 Jahre alt.
Die „Aktion T4“ ist eine nach 1945 gebräuchlich gewordene Bezeichnung für den systematischen Massenmord an mehr als 70.000 Menschen mit körperlichen, geistigen und seelischen Beeinträchtigungen in Deutschland von 1940 bis 1941 unter Leitung der Zentraldienststelle T4 (Tiergartenstrasse 4).