Das Projekt Stolpersteine Ein europaweites Kunstprojekt
Stolpersteine sind Betonsteine, auf deren Oberfläche Messingplatten die Namen von Opfern des Nationalsozialismus tragen. Idee und Konzept stammen von dem Kölner Künstler Gunter Demnig, der sie vor den einstigen Wohnungen verlegt und damit seit 1996 an die Opfer des Holocaust erinnert, ihre Vertreibung und Ermordung: der Juden, der Sinti und Roma, der Euthanasieopfer, der Homosexuellen, der Zeugen Jehovas, der politisch Verfolgten, Menschen im Widerstand, als „Asoziale“ oder „Berufsverbrecher“ stigmatisierste Personen.
In über 30 europäischen Ländern gibt es inzwischen rund 116.000 Stolpersteine, diese bilden das größte dezentrale Mahnmal weltweit. Alle Informationen zum Kunstprojekt finden sich unter folgender Adresse: www.stolpersteine.eu.
Finanziert werden die Stolpersteine durch Patenschaften – so auch in Regensburg.
Die Initiative Stolpersteine Regensburg
„Stolpersteine Regensburg“ ist eine Initiative von Freiwilligen, die 2006 aus der Arbeitsgruppe „Zwangsarbeiter in Regensburg“ hervorging. Unabhängig und überkonfessionell ist sie seit ihrer Gründung beim Evangelischen Bildungswerk Regensburg e.V. (EBW) angesiedelt. Die erste Verlegung in unserer Stadt wurde im Sommer 2007 von Gunter Demnig persönlich durchgeführt. Regensburg war damals die 247. Stadt, die sich dem Kunstprojekt anschloss.
Unsere Hauptaufgabe im Rahmen des Projekts Stolpersteine ist die Recherche von Lebensspuren ermordeter Regensburger. Dazu zählt vorrangig die Ermittlung des zuletzt freiwillig gewählten Wohnsitzes, an dem die Menschen ihren Lebensmittelpunkt hatten, sich zugehörig fühlten. Hierzu besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv Regensburg. Allerdings gelingt es trotz intensiver Arbeit nicht immer, eine schlüssige Lebensspur nachzuzeichnen.
Wir wollen diese Menschen wieder in der Stadtgesellschaft sichtbar machen. Das ist unsere Verantwortung für ein friedvolles Zusammenleben. Heute (Januar 2026) gibt es in und um Regensburg über 330 Steine sowie drei Stolperschwellen, die an mittels verschiedener Sammeltransporte deportierte und ermordete Menschen erinnern.
Wer sich an dieser Aufgabe, das Schicksal bestimmter Personen zu recherchieren, beteiligen möchte, ist herzlich eingeladen, in unserem Kreis mitzuarbeiten. Dies ist möglich für Einzelpersonen, Gruppen oder Schulklassen. Sie können dabei jederzeit Unterstützung und Hilfe mit konkreten Informationen zur administrativen und logistischen Vorgehensweise erhalten.