Selina
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Regensburger Straße 17 Lappersdorf
Alois Altmann
Alois Altmann kam am 6. September 1905 als eines von neun Kindern in Lappersdorf zur Welt. Er arbeitete als Maurer und lebte in Lappersdorf in der Regensburger Straße 17.
Am 22. Juni 1933 wurden er und sein Bruder Ludwig in sogenannte „Schutzhaft“ genommen wegen „unverschämter Äußerungen“, die sich auf den Nationalsozialismus oder einzelne Personen bezogen. Ort und Dauer der Haft sind nicht bekannt – in einer Auflistung der KZ-Gedenkstätte Dachau werden sie beispielsweise nicht geführt. Die „Schutzhaft“ konnte jedoch auch in einem Gefängnis abgesessen werden, überdies war das Konzentrationslager Dachau zu dieser Zeit noch im Aufbau begriffen.
Wann und warum Alois Altmann erneut in das Visier der Nationalsozialisten geriet, konnte bislang nicht herausgefunden werden. Am 14. Februar 1939 wurde er in die Heil- und Pflegeanstalt Karthaus-Prüll eingewiesen und mit dem ersten Regensburger Transport am 4. November 1940 nach Niedernhart bei Linz deportiert. Niedernhart bildete eine Zwischenstation, sofern die Gaskammer der Tötungsanstalt Hartheim „überlastet“ war. Ein oder zwei Tage später wurde er in der Tötungsanstalt Hartheim umgebracht.
Die Nachricht von seinem Tod wurde am 18. November 1940 nicht aus Oberösterreich an seine Familie übermittelt, sondern von der Anstalt Sonnenstein in Thüringen. Dies war einer von vielen Täuschungsversuchen, die mit den Krankenmorden oftmals verknüpft waren: Um zu verhindern, dass Angehörige misstrauisch wurden, wenn sich die Todeszahlen an bestimmten Daten und Orten häuften, verteilten die Nationalsozialisten die Angaben auf einen längeren Zeitraum. Zudem verlegten sie den Todesort in eine andere Gegend, später auch ins besetzte Polen, um Anreisen von Angehörigen zu unterbinden.
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Johann Dratzl
Johann Dratzl wurde am 9. Juli 1885 in Regensburg geboren. Seine Eltern waren Eustachius und Helene Dratzl, die Familie bekannte sich zum katholischen Glauben. Von 1915 bis 1918 diente Johann Dratzl im Militär, danach war er teils auf Reisen, teils als Taglöhner, Möbeltransporteur oder Schieferdecker tätig. Zwar wechselte er ab 1910 seinen Wohnort mehrmals nach „unbekannt“ sowie zwischen Steinweg, Stadtamhof und Regensburg, als letzte Adresse ist in den Adressbüchern der Stadt Regensburg der Hunnenplatz 4 angegeben.
Mehrmals kam er mit dem Gesetz in Konflikt. Am 21. April 1937 wurde Johann Dratzl erneut verhaftet und verbüßte eine Gefängnisstrafe in Rebdorf, einem ehemaligen Kloster nahe Eichstätt, das zwischen 1923 und 1945 als Gefängnis diente. 1939 meldete er sich wieder in Regensburg an.
Am 11. Oktober 1940 kam Johann Dratzl in das KZ Dachau und erhielt die Häftlingsnummer 20480. Das offizielle Todesdatum ist im Stadtarchiv Regensburg mit „8. März 1942 in Dachau“ angegeben, laut Sterbeurkunde in den Arolsen Archives aufgrund von „Versagen von Herz und Kreislauf bei Darmkatarrh“. Das tatsächliche Datum der Ermordung von Johann Dratzl war jedoch bereits der 19. Januar 1942 in der NS-Tötungsanstalt Hartheim bei Linz durch Giftgas. Es handelte sich um den ersten Transportschub, „Invalidentransport“ oder „Häftlings-Euthanasie“ genannt, aus dem KZ Dachau nach Hartheim bei Linz.
„Herr Dratzel wurde als nicht mehr arbeitsfähig selektiert und zusammen mit 100 anderen Häftlingen am 19.01.1942 in die Tötungsanstalt Schloss Hartheim gebracht und dort kurz nach dem Eintreffen vergast und verbrannt (das ist die Aktion 14f13). Zur Verschleierung der Morde wurde in der offiziellen, vom Lagerstandesamt ausgegebenen Sterbeurkunde ein gefälschtes Datum angegeben“, so die KZ-Gedenkstätte Dachau.