Carl Cosman Bernheim
Carl (auch: Karl) Cosman Bernheim wurde am 1. Januar 1854 in Buchau geboren und war Kleiderfabrikant in Regensburg. Er lebte bei dem Ehepaar Hedwig und Ludwig Bernheim in der Von-der-Tann-Straße 6.
In der Reichspogromnacht vom 9. November auf den 10. November 1938 brannte die Synagoge in Regensburg wie in vielen anderen deutschen Städten. Am 10. November wurden kurz nach 9 Uhr circa 21 Juden mit dem Omnibus von der Regensburger Motorsportschule aus nach Dachau gefahren. Währenddessen mussten die übriggebliebenen rund 50 in der Nacht verhafteten Männer in drei Gliedern antreten. Man zielte auf sie mit Schusswaffen und drohte: „Jetzt knallen wir euch alle ab!“ Es wurden mindestens drei Personen – der 61-jährige Justizrat Dr. Adolf Bloch, der 81-jährige Carl Bernheim und der 27-jährige Kurt Lilienthal – mit Gewehrkolben oder Stiefeltritten malträtiert.
Carl Cosman Bernheim wurde am 23. September 1942 nach Theresienstadt deportiert und starb dort am 30. September 1942. Hedwig und Ludwig Bernheim sowie die ebenfalls in der Von-der-Tann-Straße 6 wohnenden Clothilde Levy, Emil Levy und Jette Ida Uhlfelder wurden am 2. April 1942 nach Piaski deportiert. Wo und wann sie starben oder ermordet wurden, ist nicht bekannt.