Bella Ehrlich
Bella Ehrlich wurde am 21. Januar 1886 in Bamberg geboren. Sie war Wirtschafterin und wohnte in Regensburg in der Unteren Bachgasse 12–14.
Bella Ehrlich wurde am 2. April 1942 nach Piaski deportiert und später ermordet.
Bella Ehrlich wurde am 21. Januar 1886 in Bamberg geboren. Sie war Wirtschafterin und wohnte in Regensburg in der Unteren Bachgasse 12–14.
Bella Ehrlich wurde am 2. April 1942 nach Piaski deportiert und später ermordet.
Julie Ehrlich wurde am 16. September 1879 in Bamberg geboren. Sie war Buchhalterin und wohnte in Regensburg in der Unteren Bachgasse 12–14.
Julie Ehrlich wurde am 2. April 1942 nach Piaski deportiert und später ermordet.
Johann Eibl wurde am 27. September 1895 in Viehhausen bei Regensburg als Sohn von Georg und Maria Eibl geboren. Sein Vater war Bürstenmacher.
Wilhelm Kick schreibt in seinem recht ausführlichen Lebenslauf über Johann Eibl:
„Nach 7 Jahren Volksschule war er bei seinem Firmpaten in Untermassing in der Landwirtschaft tätig. Während dieser Zeit – vom 14. bis 16. Lebensjahr – besuchte er die Fortbildungsschule. Vom 16. bis 20. Lebensjahr, nämlich bis zu seiner Einberufung zum Militär- und Kriegsdienst, verdiente er seinen Lebensunterhalt als Hilfsarbeiter u.a. bei der Zuckerfabrik und bei der Schiffswerft. Eingezogen wurde er im Oktober 1915 zur Marineartillerie nach Kiel. Den Ersten Weltkrieg machte er also zur See mit, bis zu seiner Entlassung als Matrosenartillerist im Frühjahr 1919. Dabei hatte er sich Gesundheitsschäden zugezogen und bezog deswegen eine sehr kleine Invalidenrente.
Nach dem Ersten Krieg zog Eibl nach Regensburg und kam zunächst als Helfer bei der Post unter. Dort mußten aber bevorzugt Schwerkriegsbeschädigte untergebracht werden, zu denen er nicht zählte. … Er war danach als Hilfsarbeiter bei Regensburger Malerbetrieben beschäftigt, zwischendurch hin und wieder arbeitslos … Im April 1939 stellte das Wasserstraßenamt Regensburg Eibl als Vorarbeiter ein. Aber seine Tätigkeit war dort bald wieder vorläufig zu Ende: Zum zweiten Mal wurde Eibl in einen Weltkrieg geholt, wieder zur Marine. Gleich bei Beginn des Krieges zog man ihn nach Emden ein.
Nach über 10 Monaten Dienst wurde er wegen Krankheit entlassen. Bald danach konnte er daheim seine Beschäftigung beim Wasserstraßenamt für ganz kurze Zeit fortsetzen. Schon Ende 1940 war sein Gesundheitszustand so, daß er als nicht mehr arbeitsfähig invalidisiert wurde.“ [Kick Wilhelm, Sag es unseren Kindern. Widerstand 1933-1945. Beispiel Regensburg, 1985, Seite 163, in den historischen Quellen wird die dortige Rechtschreibung beibehalten.]
1933 wurde Johann bereits zum ersten Mal verhaftet und offensichtlich wegen seiner politischen Ausrichtung [Regensburger Anzeiger, Nr. 76 vom 17.3.1933 (Stadtanzeiger)] in der „Augustenburg“ in Regensburg für zwei Tage, am 25. und 26. Juni, in sogenannte „Schutzhaft“ genommen.
Später gehörte Johann zu den etwa 40 Personen, die zwischen Oktober 1942 und Februar 1943 verhaftet werden, weil sie sich als gute Bekannte teilweise seit Jahrzehnten am Regensburger Neupfarrplatz treffen, um soziale Kontakte zu pflegen. Zu ihnen gehören Sozialrentner, Invaliden aus dem Ersten Weltkrieg oder Arbeitslose. Diese Treffen sind keineswegs organisiert. Sie tauschen Gerüchte und neueste Nachrichten aus oder diskutieren politische Meinungen. Die Gestapo wirft ihnen jedoch staatsfeindliches Verhalten vor [Regierungspräsidentenbericht 9.11.1942] und prägt außerdem den Begriff „Neupfarrplatzgruppe“ [Halter Helmut, Stadt unterm Hakenkreuz: Kommunalpolitik in Regensburg während der NS-Zeit, Regensburg, Univ.-Verlag 1994, Seite 214].
Es war offensichtlich, daß für den Staat von dieser angeblichen Gruppe keinerlei Gefahr ausging, also weder Revolutionspläne noch irgendwelche gewaltsamen Maßnahmen vorbereitet wurden; hierzu hätten sich die Festgenommenen wohl kaum in aller Öffentlichkeit getroffen. Dennoch schlug die NS-Justiz mit voller Härte zu, da durch diesen Personenkreis viele deutsche Volksgenossen in ihrer Siegeszuversicht ganz erheblich geschwächt, wenn nicht staatsgegnerisch eingestellt worden sind.`“[in Halter Helmut, Stadt unterm Hakenkreuz: Kommunalpolitik in Regensburg während der NS-Zeit, Regensburg, Univ.-Verlag 1994, Seite 215].
Mindestens 15 Gesinnungsgenossen werden zusammen mit Johann am 3. November 1942 von der Gestapo Regensburg verhaftet und noch am selben Tag wird er in das Konzentrationslager Flossenbürg verbracht. Dort gibt es eine eigene Politische Abteilung, die nicht der Inspektion der KZ untersteht, sondern als Gestapo-Dienststelle fungiert [in Kick Wilhelm, Sag es unseren Kindern. Widerstand 1933-1945. Beispiel Regensburg,1985, Seite 132].
Die Anklage lautet auf „Abhören ausländischer Sender und Verbreitung dieser Nachrichten im größeren Kreis“. Wilhelm Kick schreibt in seinem ausführlichen Lebenslauf über Johann Eibl weiter: „Zu seiner politischen Vergangenheit gab Eibl bei der Vernehmung durch die Gestapo an, daß er früher zwar Sozialdemokrat aber kein Mitglied dieser Partei gewesen wäre. Auch gab er zu, daß er öfter am Neupfarrplatz gewesen war und sich dabei die am Kiosk ausgestellten Zeitungen und Zeitschriften angesehen hätte. Dieser Darstellung zu seiner Verteidigung widerspricht, was der RA vom 27.6.1933 berichtet. Dort findet sich Johann Eibls Name unter den 45 `Funktionären der SPD und KPD`, die zwischen dem 24. und 26.6.33 in Schutzhaft genommen worden waren.“ [in Kick Wilhelm, Sag es unseren Kindern. Widerstand 1933-1945. Beispiel Regensburg,1985, Seite 164]
Die Gestapo verhört die Verhafteten noch am selben Tag, dem 3. November, und setzt dabei allem Anschein nach Folterungen ein. [Die Vernehmungsprotokolle der Gestapo Regensburg gingen in Abschriften zum Prozess an das OLG München und befinden sich im Staatsarchiv München in den Unterlagen der Generalstaatsanwaltschaft München 3422/1-3] Nur 18 Tage nach seiner Verhaftung, so die Angabe des SS-Lagerarztes, habe sich Johann in seiner Zelle im Konzentrationslager Flossenbürg erhängt. Es war der 21. November 1942. Das Verfahren gegen ihn vor dem Oberlandesgericht München wurde schließlich, ebenso wie für Georg Sonnauer, am 10. August 1943 eingestellt.
Am 9. Juli 2014 wurde in der Unteren Bachgasse 6 ein Stolperstein für Johann Eibl verlegt.
Josef Eibl wurde 1902 geboren. Er wurde 1940 in die Heil- und Pflegeanstalt Karthaus-Prüll zwangseingewiesen. Am 2. Mai 1942 wurde er nach Hartheim „verlegt“ und am gleichen Tag im Rahmen der „Aktion T4“ ermordet.
Emma oder, ihr jüdischer Name Esther, Einstein wurde am 8. Mai 1866 in Buttenwiesen bei Wertingen in Schwaben geboren. Ihr Vater Hirsch Einstein, geb. am 9. April 1831, war Metzgermeister in Buttenwiesen. Ihre Mutter Sophie Einstein, geb. Heilbronner am 22. Januar 1833, stammte aus dem benachbarten Binswangen.
Die Familie bewohnte das Anwesen Nr. 12 in Buttenwiesen, heute Wertinger Str. 10. Die verzweigte Familie Einstein lässt sich bis ins Jahr 1780 zurückverfolgen. Sie gehörte seit langem zu den alteingesessenen jüdischen Familien in Buttenwiesen. Emma war die Älteste von vermutlich sechs Kindern. Die Schwester Sarah, geb. am 8. Juni 1868, ist laut Familienarchiv nach Amerika ausgewandert. Bruder Heinrich, geb. am 27. Juni 1869, hat nur drei Monate gelebt. Ein unbekanntes Geschwisterkind, wurde am 17. Juli 1871 geboren. Die Schwester Karoline ist am 30. Mai 1872 geboren. Ein weiterer Bruder Julius, geb. am 16. Januar 1874, ist nach Amerika ausgewandert. Emma Einstein war ledig und vermutlich in der Metzgerei des Vaters beschäftigt. Am 27. November 1939 ist sie mit 73 Jahren nach Regensburg in das jüdische Altersheim in die Weißenburgstr. 31 eingezogen.
Am 29. September 1942 wurde sie nach Theresienstadt deportiert. Sie starb dort am 23. April 1943.
Ihre Schwester Karoline Einstein war ebenfalls ledig und arbeitete vermutlich auch in der elterlichen Metzgerei. Auch sie ist mit ihrer Schwester Emma gemeinsam am 27. November 1939 mit 67 Jahren nach Regensburg in das jüdische Altersheim in der Weißenburstr. 31 gezogen. Gemeinsam wurden die beiden am 29. September 1942 nach Theresienstadt deportiert. Karoline starb dort am 31. Juli 1943. Am 2. November 2016 wurden zwei Stolpersteine für die Schwestern Emma und Karoline Einstein vor dem Anwesen in der Weißenburgstr. 31 gelegt.
Karoline Einstein wurde am 30. Mai 1872 in Buttenwiesen bei Wertingen in Schwaben geboren. Ihr Vater Hirsch Einstein, geb. am 9. April 1831, war Metzgermeister in Buttenwiesen. Ihre Mutter Sophie Einstein, geb. Heilbronner, geb. 22. Januar 1833 stammte aus dem benachbarten Binswangen. Die Familie bewohnte das Anwesen Nr. 12 in Buttenwiesen, heute Wertinger Str. 10. Die verzweigte Familie Einstein lässt sich bis ins Jahr 1780 zurückverfolgen. Sie gehörte seit langem zu den alteingesessenen jüdischen Familien in Buttenwiesen. Emma war die Älteste von vermutlich sechs Kindern. Die Schwester Sarah, geb. am 8. Juni 1868, ist laut Familienarchiv nach Amerika ausgewandert. Bruder Heinrich wurde am 27. Juni 1869 geboren, hat aber nur drei Monate gelebt. Ein unbekanntes Geschwisterkind wurde am 17. Juli 1871 geboren. Ihre Schwester Emma (auch Esther) wurde am 8. Mai 1866 geboren. Ein weiterer Bruder Julius, geb. am 16. Januar 1874, ist nach Amerika ausgewandert. Emma Einstein war ledig und vermutlich in der Metzgerei des Vaters beschäftigt. Am 27. November 1939 ist sie mit 73 Jahren nach Regensburg in das jüdische Altersheim in die Weißenburgstr. 31 eingezogen. Am 29. September 1942 wurde sie nach Theresienstadt deportiert. Sie starb dort am 23. April 1943.
Karoline Einstein war ebenfalls ledig und arbeitete vermutlich auch in der elterlichen Metzgerei. Auch sie ist mit ihrer Schwester Emma gemeinsam am 27. November 1939 mit 67 Jahren nach Regensburg in das jüdische Altersheim in der Weißenburstr. 31 gezogen. Gemeinsam wurden die beiden am 29. September 1942 nach Theresienstadt deportiert. Karoline starb dort am 31. Juli 1943. Am 2. November 2016 werden 2 Stolpersteine für die Schwestern Emma und Karoline Einstein vor dem Anwesen Weißenburgstr. 31 gelegt.
Jenny Einstoß kam am 21. Juli 1877 als Tochter des Kaufmanns Samuel Jakob und seiner Frau Dorothea, geb. Samolewitz, in Regensburg zur Welt. Sie war verheiratet mit Paul Einstoß, geboren am 25. Oktober 1871 in Kurzany (Galizien). Das Ehepaar lebte zuerst in Augsburg. Laut Einbürgerungsurkunde der Regierung von Schwaben vom 9. April 1920 wurde die Familie Einstoß als bayerische Staatsbürger eingebürgert.
Sohn Fritz wurde am 6. Februar 1904 in Augsburg geboren. Aus den Vermerken in seinem Meldebogen ist zu entnehmen, dass er in den Jahren 1926/27 auf Reisen war. Danach ist über sein Schicksal nichts mehr bekannt.
Familie Einstoß war zeitlebens viel unterwegs. So zog sie von Augsburg nach Hannover und von dort 1913 nach Regensburg in die Guerickestraße 1a/I. Dann wechselte sie innerhalb von Regensburg ihren Wohnsitz, ging anschließend auf Reisen und wohnte ab 1927 wieder in Augsburg und Kaufbeuren.
Schon mit 54 Jahren wurde Jenny Einstoß Witwe. Ihr Mann Paul starb am 13. Juli 1931 in Augsburg. Ein halbes Jahr später zog Jenny Einstoß zurück nach Regensburg, zog jedoch innerhalb der Stadt immer wieder um. Unterbrochen von kurzen Aufenthalten in Österreich und der Schweiz 1932 und Italien 1937 wechselte sie in Regensburg von 1932 bis 1939 18-mal ihren Wohnsitz. Es gab einzelne Familien, bei denen sie wiederkehrend für kurze Zeit unterkommen konnte. So war sie öfter in verschiedenen Häusern in der Wahlenstraße, vor allem aber bei Familie Dobmeier in der Wahlenstraße 9/III (fünfmal), am Watmarkt, in der Krebsgasse, in der Tändlergasse und in der Schäffnerstraße an diversen Adressen.
Ab dem 15. April 1939 wohnte sie in der Schäffnerstraße 2 in der Israelitischen Kultusgemeinde. Am 2. April 1942 wurde Jenny Einstoß im Alter von 65 zusammen mit vielen anderen Personen von hier aus nach Piaski deportiert. Der Eintrag im Melderegister lautet: „Nach unbekannt m. Ab. 2.4./4.4.42 verzogen.“
Quelle: Stadtarchiv Regensburg
Franz Enderlein wird am 12. Juni 1899 in Regensburg geboren. Er ist der dritte Sohn von Maria Enderlein, geb. Achleitner und August Enderlein. Insgesamt sind es vier Kinder, nach Franz wird noch Schwester Anna geboren.
Er stammt aus einfachen Verhältnissen. Seine Eltern sind Angestellte der Donau-Dampfschifffahrtsgesellschaft. Das ist auch der Grund, warum Franz Enderlein ins Waisenhaus in die Ostengasse kommt. Dort fällt auf, dass er begabt ist. Er darf das Gymnasium besuchen. Allerdings bricht er die Schule ab und lernt in Kelheim Gärtner. Diese Ausbildung schließt er mit der Gesellenprüfung ab. Seine Berufsbezeichnung ist fortan „Hilfsarbeiter“.
1916 meldet er sich dann freiwillig zum Kriegsdienst und zieht in den Krieg. Dort wird er bei einem Giftgasangriff verletzt. Unter dieser Verletzung leidet er bis an sein Lebensende. Nach dem Krieg kann er beruflich nicht wirklich Fuß fassen. Er arbeitet als Matrose oder auf dem Bau. Die Arbeitslosigkeit ist ihm nicht unvertraut. Heute würde man sagen, es sind prekäre Verhältnisse, in denen er lebt. In dieser Zeit findet er seine politische Heimat in der Gewerkschaft. Er war 1920 dabei als die Regensburger Ortsgruppe der Kommunistischen Partei gegründet wurde. Als Kommunist und Demokrat ist er von Anfang an gegen den Nationalsozialismus. Bereits 1933 werden die ersten Regensburger in „Schutzhaft“ genommen – Enderleins Bruder Fritz ist mit dabei.
Am 02. September 1936 wird Franz Enderlein ins KZ Dachau eingeliefert. Ihm und seiner Schwester Anna wird die angebliche Vorbereitung zum Hochverrat vorgeworfen. Es kommt zu einem Prozess vor dem Oberlandesgericht München, wegen Abhörens von Radio Moskau. Das war eigentlich erst ab dem 01. September 1939 verboten. Am 01. September 1936 gibt es einen Freispruch, der allerdings nichts mehr wert ist. Rechtsstaatliche Prinzipien gelten zu diesem Zeitpunkt nicht mehr. Am 02. September 1936 wird Franz Enderlein ins KZ Dachau eingeliefert. Nach ungefähr einem Jahr erfolgt die Entlassung im Jahr 1937.
Auch familiär tut sich Einiges in dieser Zeit: 1925 heiratet Franz Enderlein die Fabrikarbeiterin Maria Reisinger. Aus dieser Ehe geht ein Sohn hervor. Maria Reisinger stirbt am 10. Januar 1929. Neun Jahre später heiratet Franz Enderlein eine zweites Mal. Aus dieser Ehe mit Karolina Schrobenloher gehen vier Kinder hervor.
Der Zweite Weltkrieg beginnt und Franz Enderlein ist von Anfang an dabei. Er wird 1938 zur Wehrmacht eingezogen und 1943 als „politisch Unzuverlässiger“ ins Strafbataillon 999 nach Russland überstellt. Später wird er nach Griechenland verlegt. Die Quellenlage ist gering. Zitat aus der Eidesstattlichen Erklärung, die Urs Friedrich, ein Reichsbahnsekretär, abgelegt hat: „Ich erkläre an Eidesstatt, dass Franz Enderlein, laut seinen eigenen Aussagen mit mir im Gespräch, bei den 999er/Einheit für politische Unzuverlässige war. Wir befanden uns gemeinsam in Jugoslawien in Kriegsgefangenschaft, in Belgrad im Donaulager 1. Aufgrund seiner politischen Einstellung und KZ-Haft wurde Franz Enderlein vom Antifaschistischen deutschen Kontrollausschuss für Kriegsgefangene in Belgrad als einer der ersten Gefangenen zur Repatriierung in die Heimat vorgesehen, die auch im Monat Februar 1946 erfolgte.“
Enderlein sieht seine Heimatstadt Regensburg nicht mehr. Er verstirbt auf dem Weg nach Hause am 15. März 1946 in Seefeld in Tirol. Dort ist er auch begraben.
Wer war dieser Franz Enderlein? Wie lässt er sich fassen? Wilhelm Kick schreibt in seinem Buch „Sag es unseren Kindern“ folgendes über ihn: „Mit ihm erscheint einer aus dem mehr oder weniger anonymen Volk, kein Abgeordneter, kein Berufspolitiker, keiner, der irgendwie sich in der Öffentlichkeit bemerkbar gemacht hätte. Er war einer, der von Anfang an dazu bestimmt war, ‚unten‘ zu bleiben.“
Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass es letztendlich auch die politischen, historischen, wirtschaftlichen Umstände sind, die ein Leben prägen: Als Kommunist und Demokrat hat er sich gegen das NS-Regime gestellt: mit seinen Mitteln. Das erfordert viel Mut und Courage, wofür er unseren höchsten Respekt erhält.
Josef Engelmann wurde am 7. Dezember 1874 in Floß, Landkreis Neustadt an der Waldnaab, geboren. Er war Viehhändler in Weiden.
Seine verwitwete Schwester Karolina Herbst ist 1923 aus Bayreuth zu ihm nach Weiden gezogen. Nach dem Novemberpogrom und den „Arisierungen“ sind die beiden zu ihrer Schwester Frieda Plaut nach Regensburg in die Wahlenstr. 24 übersiedelt.
Josef Engelmann war im November 1938 im KZ Dachau und wurde am 23. September 1942 mit einem Transport ins KZ Theresienstadt gebracht. Als sein Todesdatum ist der 24. März 1943 angegeben.
Jakob Farntrog, seine Frau Rosa Thekla und ihre drei Kinder waren in Regensburg als geachtete und fromme Kaufmannsfamilie bekannt. Sie wohnten in der Rote-Hahnen-Gasse 7/II.
Jakob Farntrog wurde am 11. Dezember 1884 in Fürth geboren. Er war zwanzig Jahre, als der Erste Weltkrieg begann, und zählt zu den 53 Regensburger jüdischen Glaubens, die als Kriegsteilnehmer namentlich bekannt sind. Von Beruf war Jakob Farntrog Webwarenkaufmann. In der Regensburger Kultusgemeinde wird er 1921 als einer von 108 stimmberechtigten Männern geführt.
Verheiratet war er mit Rosa Thekla, geborene Jochsberger. Sie wurde am 18. Januar 1895 in Ansbach geboren und lebte mit ihrer Familie später in Regensburg. Ihre 1890 geborene Schwester Berta heiratet den Regensburger Metzgermeister Bertold Schild. Die Mutter von Rosa Thekla und Berta, Sofie Jochsberger, starb vor dem Zweiten Weltkrieg und ist auf dem jüdischen Friedhof in Regensburg begraben.
Rosa Thekla und Jakob Farntrog hatten drei Kinder. 1919 wurde Hilde als erstes Kind geboren, 1920 der Sohn Siegfried und 1923 ihre Tochter Gerda.
1938 wanderte Hilde im Alter von 19 Jahren nach Palästina aus. Im März 1939 konnten Siegfried im Alter von 18 Jahren und Gerda als Elfjährige noch zu ihrer Schwester Hilde nach Palästina reisen.
Die Deportationen beginnen in Regensburg am 2. April 1942. Gebrechliche und Kranke werden hiervon zunächst verschont, Ehetrennung will man anfangs vermeiden. Rosa Thekla Farntrog ist zu dieser Zeit schon schwer krank. Wenige Monate später nimmt man auf den Gesundheitszustand keine Rücksicht mehr und ordnet am 15. Juli 1942 einen Sondertransport von sechs Personen an. Unter ihnen ist auch das Ehepaar Rosa Thekla und Jakob Farntrog. Die Erkrankungen lassen „Ausreisen“ nach Piaski wie im April oder danach nach Theresienstadt nicht glaubhaft erscheinen, vermutlich lässt die Partei deshalb bei dieser Gruppe „unbekannt abgemeldet“ ins Melderegister eintragen.
Rosa Thekla und Jakob Farntrog wurden in Theresienstadt ermordet.
Ihre drei Kinder überlebten im Ausland und gründeten später Familien. Hilde heiratet den Sohn des Regensburger Rabbiners Salomon. Gerda heiratet Erich Oppenheimer und gründet mit ihm ein erfolgreiches Unternehmen: „Oppenheimer Candies“. Siegfried nannte sich in Israel später Yitchack.