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Leopold Rosenwald

Leopold Rosenwald kam am 21. Januar 1882 in Sulzbürg in der Oberpfalz als Kind von Louis und Julie Rosenwald, geborene Westheimer, zur Welt.

Im Ersten Weltkrieg wurde er Soldat. Nach dem Krieg war er als Handelsreisender tätig und wurde Vorstand in der Jüdischen Gemeinde Sulzbürg. Er heiratete Hannchen Strauß und bekam mit ihr drei Töchter. Um 1920 zog er mit seiner Familie nach Regensburg in die Ludwigstraße 8 und gründete dort einen Textilgroßhandel, der 1933 aber in Konkurs ging. Fortan betrieb er mit seiner Frau und Tochter Cesi einen sogenannten Manufakturenwarenhandel, bis 1938 jüdische Gewerbebetriebe allgemein verboten wurden.

Nach der Reichspogromnacht im November 1938 wurde Leopold Rosenwald vom 10. November bis 16. Dezember 1938 im KZ Dachau mit vielen anderen Regensburger Juden inhaftiert. Familie Rosenwald musste schließlich aus ihrer Wohnung in ein „Judenhaus“, Gesandtenstraße 10, umziehen. Von dort aus wurde sie am 4. April 1942 mit dem ersten Sammeltransport von Regensburg in das Transit-Ghetto Piaski deportiert.

Über die drei Töchter ist bekannt:

  • Edith, *18.02.1910, heiratete 1939 Dr. Carl Jakob Michel. Sie bekamen einen Sohn, der jedoch gleich nach der Geburt starb. Edith war Diabetikerin und hatte als Jüdin keine Milchzuteilung bekommen, wie es sonst für Schwangere üblich war.
  • Cecilie, genannt Cesi, *27.11.1911, lernte Modistin und arbeitete im väterlichen Geschäft mit.
  • Hedwig, *25.05.1914, emigrierte 1933 über Holland nach Palästina. Dort heiratete sie 1936 den aus Gießen stammenden Hans Stern. Sie hatten zwei Kinder: Michael und Hannah. Die Familie zog vermutlich 1954 nach New York, wohin Schwiegervater Ludwig Stern 1949 aus Gießen emigriert war, nachdem er das KZ überlebt hatte. Hedwig starb 2010 in New York. Zu Michael und Hannah besteht seitens der Stolperstein-Initiative Regensburg Kontakt.

 

Quellen:
– Gedenkbuch (Bundesarchiv)
– Stadtarchiv Regensburg
– U. Schroeter, Gießen
– Siegfried Wittmer: „Regensburger Juden“

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