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Haidplatz 7
Wassergasse 12
Stella Alexander
Stella Alexander lebte mit ihrer Mutter Berta Hammer und ihrer Schwester Sabine, verheiratete Hirsch, in der D.-Martin-Luther-Straße 7. In der Nacht vom 1. auf den 2. April 1942 wurden die drei Frauen deportiert und in Piaski ermordet.
Mutter Berta Hammer wurde 1878 als Berta Herl in Rzeszow geboren – einer Stadt nahe der Karpaten im südöstlichen Polen, im 19. Jahrhundert zum Kaisertum Österreich gehörend – und 1924 in Bayern eingebürgert. Sie war verheiratet mit dem Herrenkonfektionskaufmann Joachim Hammer und ab 1937 verwitwet.
Stellas Schwester Sabine, geboren am 4. Juli 1903, war bis 1939 verheiratet mit dem Textilkaufmann Max Hirsch, geboren am 1. Mai 1895 in Wronke (damals Deutsches Reich, heute Polen), der am 24. Dezember 1969 in Amberg verstarb. Stella wiederum, 1904 geboren, war mit dem Textilkaufmann Alfred Alexander verheiratet. Im Familienbogen sind zwei Totgeburten aufgeführt: 1930 und 1933.
Die drei Frauen wurden in der Nacht vom 1. auf den 2. April 1942, einem Gründonnerstag, aus ihrer Wohnung abgeholt und mussten sich mit weiteren 106 Männern, Frauen und Kindern mit je einem Koffer, einer Bettrolle und einem Rucksack vor der 1938 zerstörten Synagoge in der Schäffnerstraße aufstellen. Ungefähr zwei Wochen vorher war ihnen auf Merkzetteln versprochen worden, sie kämen in eine neue Wohnung im Osten, wo sie unbehelligt leben und arbeiten könnten. Ihre Regensburger Wohnung mussten sie gereinigt zurücklassen, die Schlüssel hinterlegen und ihre Lebensmittelkarten abgeben. Alle 109 jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger mussten die Fahrt mit der Reichsbahn selbst bezahlen. Sie wurden nach Piaski, einem sogenannten Schtetl, in der Nähe von Lublin gebracht, wo ein Ghetto errichtet worden war. Wohl noch im Jahr 1942 wurden die drei Frauen im Alter von 64, 39 und 38 Jahren in Piaski umgebracht.
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Albert Aufhäuser
Albert Aufhäuser wurde 1877 in Öttingen geboren, er lebte in Augsburg. In Regensburg wurde er zusammen mit weiteren 32 Menschen in das jüdische Altersheim in der Weißenburgstraße 31 zwangseinquartiert und von dort deportiert. Er wurde am 6. Oktober 1942 in Theresienstadt ermordet.
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Margareta Bächerlein
Margareta Bächerlein wurde am 21. Oktober 1876 in Rocksdorf/Lkr. Neumarkt in der Oberpfalz geboren. Seit 1926 lebte sie – mit Unterbrechungen – in der damaligen „Heil- und Pflegeanstalt“ in Regensburg. Am 6. Juni 1941 wurde sie von dort aus in die Tötungsanstalt in Hartheim transportiert und ermordet.
Der Vater von Margareta Bächerlein hieß Paulus Hofer und war von Beruf Weber, die Mutter war eine geborene Engelhard. Margareta heiratete – zu einem bislang nicht bekannten Zeitpunkt – Martin Bächerlein aus Sulzkirchen, wo sie fortan auch lebte. Ihr Mann muss früh verstorben sein, denn bei ihrer ersten Aufnahme in die Heilanstalt 1926 war sie 49 Jahre alt und bereits Witwe.
Margareta hatte fünf Kinder: Paul und Georg sowie Emilie, Anna und Elisabeth. Paul übernahm 1935 das Anwesen in Sulzkirchen, das bis heute existiert. Nach seinem Tod ging der Hof an dessen Sohn Friedrich Bächerlein über. Dieser hatte keine Kinder, sein Grab ist inzwischen aufgelöst worden. Das Anwesen ist nicht bewohnt und das Haus entsprechend dem Verfall überlassen.
Da es vor Ort und auch sonst, soweit bekannt, keine Angehörigen mehr gibt, fiel die Entscheidung, den Stolperstein in Andenken an Margareta Bächerlein nicht in ihrem Wohnort zu verlegen, sondern in Regensburg vor dem Bezirkskrankenhaus, wo sie die letzten 15 Jahre ihres Lebens verbrachte, bis sie 1941 von den Nationalsozialisten im Rahmen der Aktion T4 ermordet wurde.
Aus ihrer Krankenakte der damaligen „Heil- und Pflegeanstalt“ Karthaus-Prüll ist bekannt, dass ihre erste Aufnahme am 4. Juli 1926 erfolgte.
Nach zwei Monaten Behandlung wurde sie als geheilt entlassen, jedoch bereits vier Monate später „in einem unruhigen Gesundheitszustand“ wieder aufgenommen. Insgesamt wurde sie noch zweimal entlassen und wieder aufgenommen, zuletzt musste sie 1927 nach nur vier Tagen zuhause zurück in die Heilanstalt und wurde nie wieder entlassen. In diesem Jahr beantragte sie die Invalidenrente.
Margareta Bächerlein war von einem besonders schweren und chronischen Krankheitsverlauf betroffen. Immer wieder kam es zu starken Stimmungsschwankungen. Zur damaligen Zeit standen kaum effektive Behandlungsmethoden zur Verfügung.
In den guten Zeiten beschäftigte sich Margareta viel mit Strickarbeiten, sie wird mehrfach als fleißig beschrieben. Wenn es ihr besser ging, schrieb sie Briefe nach Hause – sie war über das Wohlergehen ihrer Kinder sehr besorgt. Auch Besuche der Kinder sind dokumentiert sowie zahlreiche Briefe, in denen sich die Kinder nach dem Befinden der Mutter erkundigen. In der Gemeinde, aber auch in sogenannten „Haus- und Familienangelegenheiten“ gab es jedoch, vermutlich auch aufgrund ihrer Krankheit, immer wieder Probleme, die sie sehr beschäftigten und traurig machten. Dadurch waren Familienurlaube kaum möglich, obwohl sie diesen Wunsch oft äußerte.
Bereits 1935 wurde ihr Anwesen an ihren Sohn Paul übergeben, da keine Aussicht bestand, dass sie jemals wieder entlassen werden könnte. Ihre Krankenakte beschreibt ihren schweren Krankheitsverlauf und zeugt von einer langen Leidensgeschichte. Des Weiteren wurde mehrfach ihre fehlende Arbeitsfähigkeit dokumentiert.
Am 6. Juni 1941 wurde sie „auf Anordnung des Reichsverteidigungskommissars psychisch unverändert und als ungeheilt in eine Reichsanstalt überführt.“ An diesem Tag wurde sie zur Tötungsanstalt in Hartheim transportiert und noch am gleichen Tag ermordet. Sie wurde 64 Jahre alt.
Die Selbsthilfegruppe von Menschen mit bipolarer Erkrankung in Regensburg hat die Patenschaft und Recherche für den Stolperstein von Margareta Bächerlein übernommen. Sie möchte damit ein Zeichen gegen die Stigmatisierung von Menschen mit einer psychischen Erkrankung setzen und Margareta Bächerlein zugleich ein ehrendes Andenken bewahren.
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Mathilde Bär
Mathilde Bär, geborene Katz, kam am 2. Februar 1883 in Landenhausen zur Welt. Sie arbeitete als Bankbeamtin und wohnte am Haidplatz 7.
Am 2. April 1942 wurde sie zusammen mit ihrem Mann Ludwig Loui Bär nach Piaski/Polen deportiert und im Vernichtungslager ermordet.
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Ludwig Loui Bär
Ludwig Loui Bär wurde am 2. April 1879 in Roth geboren. Er war Buchhalter und wohnte am Haidplatz 7.
Am 2. April 1942 wurde er zusammen mit seiner Frau Mathilde Bär nach Piaski/Polen deportiert und im Vernichtungslager ermordet.